Die Universität Vechta wird am 8. und 9. Juli 2026 eine internationale Tagung des Promotionskollegs „PK 60“ veranstalten, die sich mit den Gerechtigkeitsdimensionen nachhaltigkeitsorientierter Transformationsprozesse in ländlichen Räumen auseinandersetzt. Diese Tagung bietet eine Plattform für Forschende, die sich mit sozialen, räumlichen, technologischen und politischen Gerechtigkeitsfragen rund um Transformationen beschäftigen möchten. Das Event wird von der Hans-Böckler-Stiftung gefördert und die Teilnahme ist kostenlos.

Interessierte Wissenschaftler sind eingeladen, ihre Abstracts bis zum 1. April 2026 einzureichen. Die Unterlagen sollten etwa 300 Wörter umfassen und in englischer Sprache verfasst sein. Dr.in Judith Maruschke ist die Kontaktperson für Abstracts und kann per E-Mail unter judith-maria.maruschke@uni-vechta.de erreicht werden. Die Anmeldung zur Tagung wird zwischen dem 15. April und dem 15. Mai 2026 möglich sein. Weitere Informationen können auf der Webseite der Universität Vechta hier gefunden werden.

Forschungskontext und Herausforderungen

Im Kontext der Tagung stehen herausfordernde Themen, die auch in der breiteren gesellschaftlichen Debatte relevant sind. Die aktuelle Lebensmittelproduktion trägt beispielsweise erheblich zu Umweltauswirkungen wie Biodiversitätsverlust, Wasserverschmutzung und dem Ausstoß von Treibhausgasen bei. Auch die westlichen Ernährungsgewohnheiten sind kritisiert worden, da sie zu einem Anstieg von Gesundheitsproblemen wie koronarer Herzerkrankung, Übergewicht und Darmkrebs führen.

Die wachsende Weltbevölkerung und sich verändernde Ernährungsgewohnheiten, insbesondere in Schwellenländern, erfordern dringend nachhaltigere Ernährungssysteme. Hierzu sind technische, soziale und institutionelle Innovationen notwendig, um nachhaltige Transformationen in der Lebensmittelproduktion zu erreichen. Das Projekt „Sozial-ökologische Transformation des Ernährungssystems“ des Umweltbundesamtes zielt darauf ab, verschiedene politische Interventionsoptionen zu erheben und zu analysieren. An diesem Konsortium sind unter anderem NAHhaft e.V., das Forschungszentrum für Umweltpolitik der FU-Berlin sowie die Professur für Sustainability Governance der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg beteiligt.

Ein zentrales Ziel dieses Projekts liegt darin, Erkenntnisse aus der Transformationsforschung zu nutzen, um das Ernährungstransformationsfeld zu analysieren und politische Handlungsoptionen zu ermitteln, die auch auf andere Transformationsfelder anwendbar sind. Diese Themen werden im Rahmen der Tagung an der Universität Vechta vertieft behandelt, wodurch eine vielschichtige Diskussion um die verschiedenen Dimensionen der Gerechtigkeit in Bezug auf nachhaltige Transformationen angestoßen werden soll.