Die Technische Universität Chemnitz bereitet sich auf einen bedeutenden Event vor: Am 6. März 2026 wird die Hochschule zum dritten Mal den Internationalen Women-in-Science Day ausrichten. Das Schwerpunktthema der Veranstaltung wird Frauengesundheit sein, ein Thema, das in der Wissenschaft oft unterrepräsentiert ist. In diesem Jahr wird Dr. Andresa Germano, die Leiterin des Arbeitsbereiches Motorik, Kognition & Neurophysiologie, nicht nur einen Vortrag halten, sondern auch das Projekt TUC_FemAktiv eröffnen.
Wie TU Chemnitz berichtet, zielt die Veranstaltung darauf ab, die Sichtbarkeit von Frauen in der Wissenschaft zu fördern und ihre Teilhabe zu stärken. Besonders betont wird hierbei die Unterstützung von Nachwuchswissenschaftlerinnen sowie die Vereinbarkeit von Familie und Karriere. Das Event findet im Alten Heizhaus in Chemnitz statt, und eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
Programmübersicht und Vorträge
Die Veranstaltung bietet ein reichhaltiges Programm, das bereits um 09:00 Uhr mit einer Begrüßung durch Prof. Dr. Anja Strobel und Karla Kebsch beginnt. Im Anschluss folgen mehrere Vorträge, die verschiedene Aspekte der Frauengesundheit und Wissenschaft abdecken:
- 09:15 Uhr: Vortrag von Dr. Alexandra Cook über psychologische Perspektiven auf Menstruation und Menstruationsschmerzen.
- 10:15 Uhr: Vortrag von Dr. Andresa Germano über hormonelle, körperliche und neurologische Einflüsse auf Frauenkarrieren.
- 11:15 Uhr: Vortrag von Jonathan Balkenhol über zyklusorientierte Ernährung.
- 12:00 Uhr: Networking-Pause mit Poster-Session der Preisträgerinnen des Marie-Pleißner- und Eleonore-Dießner-Preises.
- 13:00 Uhr: Eröffnung des Projekts TUC_FemAktiv durch Dr. Andresa Germano.
- 14:00 Uhr: Informeller Austausch „Coffee & Talk“ mit Prof. Dr. Anja Strobel und Karla Kebsch.
- 15:00 Uhr: Ende der Veranstaltung.
Hintergrund zum Internationalen Tag der Frauen und Mädchen in der Wissenschaft
Der Internationale Tag der Frauen und Mädchen in der Wissenschaft wird am 11. Februar gefeiert und wurde von der Generalversammlung der Vereinten Nationen am 22. Dezember 2015 eingeführt. Ziel dieses Tages ist es, Mädchen und Frauen zu ermutigen, in die Wissenschaft einzusteigen oder ihre Karriere fortzusetzen. Laut UNESCO ist weltweit nur jede dritte Person in der Wissenschaft eine Frau. Besonders in den MINT-Fächern (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik) sind Frauen stark unterrepräsentiert.
Die strukturellen Hürden, wie Vorurteile und Geschlechterrollen, sind komplex und tragen dazu bei, dass viele Forscherinnen, insbesondere zu Beginn ihrer Karriere, benachteiligt sind. Sie erhalten häufig weniger Forschungsgelder und haben im Vergleich zu ihren männlichen Kollegen kürzere und schlechter bezahlte Karrieren. Das „Leaky pipeline“-Phänomen zeigt, dass, trotz eines höheren Anteils an Studienabschlüssen, der Anteil von Frauen in höheren akademischen Positionen sinkt.
Der Women-in-Science Day bietet somit eine wertvolle Plattform, um sowohl auf diese Probleme aufmerksam zu machen als auch konkrete Schritte zur Verbesserung der Situation von Wissenschaftlerinnen zu unternehmen. In Österreich liegt der Frauenanteil in Wissenschaft und Ingenieurswesen bei über 45 %, was über dem EU-Durchschnitt von 41 % liegt. Ziel ist es, diese positiven Entwicklungen weiter zu fördern und den Gender Gap in der Wissenschaft aktiv zu überwinden.