Am 7. April 2026 hat die Universität Kassel das Projekt „Jugend im Fokus“ vorgestellt, das sich mit dem zivilgesellschaftlichen Engagement junger Menschen auseinandersetzt. Das Projekt ist Teil des Forschungsverbunds „DemoReg – Herausforderungen der Demokratie in Zeiten ihrer Regression“, der zahlreiche Universitäten in Hessen, darunter Marburg, Frankfurt und Darmstadt, vereint. Unter der Leitung von Prof. Dr. Elisabeth Tuider und Tom Fixemer widmet sich das Projekt der Frage, wie junge Menschen politisch aktiv sind und welches Engagement sie zeigen.

Zielgruppen des Projekts sind besonders junge Menschen, die sich für Themen wie inklusive Gesellschaft und gegen Diskriminierungen wie Rassismus, Sexismus sowie Behinderten- und Queerfeindlichkeit einsetzen. In diesem Kontext untersucht das Projekt auch den Einfluss von Social-Media-Postings rechter Akteure auf die politische Positionierung junger Menschen. Dabei werden verschiedene Forschungsfragen behandelt, wie etwa: Für welche Themen engagieren sich junge Menschen tatsächlich?

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Der Einfluss der sozialen Medien

Eine zentrale Rolle spielen dabei soziale Medien, die seit ihrer Popularität um die Jahrtausendwende das Erstellen, Teilen und Vernetzen von Inhalten revolutioniert haben. Studien zeigen, wie soziale Medien als Plattform für Proteste fungieren können, wie es bei den Wahlen im Iran 2009, dem Arabischen Frühling und der Occupy-Bewegung der Fall war. Allerding gibt es auch kritische Stimmen, die die Wirksamkeit politischer Beteiligung über soziale Medien in Frage stellen und warnen, dass diese zu einer Fragmentierung der Gesellschaft führen können.

  • Im Jahr 2022 gab die Hälfte der Deutschen ab 14 Jahren an, wöchentlich soziale Medien zu nutzen; unter den 14- bis 29-Jährigen waren es sogar 88%.
  • 60% der Nutzer von Facebook und Instagram glauben, gut informiert zu werden.
  • Allerdings gibt es Unterschiede in der Mediennutzung; 15% der Befragten konsumieren Nachrichten hauptsächlich über soziale Medien und weniger über traditionelle Medien.

Soziale Medien können sowohl zur Demokratisierung als auch zur Fragmentierung der Öffentlichkeit beitragen, abhängig von der Nutzung und den Nutzergruppen. Der Einfluss auf das politische Wissen und die Meinungsbildung ist komplex; es liegen keine klaren Beweise für eine Polarisierung vor, jedoch zeigt die Nutzung sozialer Medien einen positiven Zusammenhang mit politischer Beteiligung.

Wissenschaftliche Zusammenarbeit und Ziele

„Jugend im Fokus“ ist eines von zwei Teilprojekten des DemoReg-Work-Package „Demokratische Regression und Zivilgesellschaft – empirische Manifestationen in Hessen“. Die Zusammenarbeit mit dem Arbeitsbereich Schule und Jugend an der Goethe-Universität Frankfurt bietet zusätzliche Perspektiven auf die Herausforderungen, vor denen junge Menschen bei der politischen Teilhabe stehen. Zu den weiteren Forschungsfragen gehört, welche Strategien junge Menschen als wirksam gegen antidemokratische Entwicklungen erachten und wie sie sich gegenseitig sowie mit den Forschenden unterstützen können.

Das Projekt „Jugend im Fokus“ trägt dazu bei, die Dynamiken des zivilgesellschaftlichen Engagements junger Menschen im digitalen Zeitalter besser zu verstehen. Es stellt wichtige Fragen zur zukünftigen politische Teilhabe und zu den Herausforderungen, die sich aus der Nutzung sozialer Medien ergeben. Am Ende bleibt die Frage über ihren Einfluss auf die Gesellschaft und die Demokratie, die auch weiterhin von großer Bedeutung ist. Weitere Informationen finden Sie auf der Webseite der Universität Kassel unter uni-kassel.de.