Die neunte Trendstudie „Jugend in Deutschland 2026“, geleitet von Simon Schnetzer, bringt die Lebensrealitäten junger Menschen in den Fokus. Mit einer Befragung von 2.012 Teilnehmern im Alter von 14 bis 29 Jahren, die zwischen dem 9. Januar und dem 9. Februar 2026 durchgeführt wurde, zeichnet die Studie ein eindringliches Bild von Sorgen und Herausforderungen, die die Jugend aktuell beschäftigen. An der Studie arbeiteten auch Nina Kolleck von der Universität Potsdam und Dr. Kilian Hampel von der Universität Konstanz mit.
Im Mittelpunkt der Untersuchung stehen Dauerkrisen, unsichere berufliche Perspektiven sowie psychischer und finanzieller Stress. Besonders alarmierend ist, dass 29% der Befragten angeben, psychologische Unterstützung zu benötigen. Betroffen sind vor allem junge Frauen mit 34%, Studierende (32%) und Erwerbslose, wo die Quote sogar 42% beträgt. Die Studie zeigt ebenso eine besorgniserregende Entwicklung in Bezug auf die Nutzung digitaler Medien: 60% der jungen Menschen nutzen Smartphones in einem suchtähnlichen Ausmaß. Gleichzeitig wenden sich viele bei persönlichen Problemen an KI-gestützte Beratungsangebote.
Leistungsbereitschaft und Zukunftsperspektiven
Trotz einer hohen Leistungsbereitschaft zur Verbesserung ihrer Lebensumstände gibt es wachsende Zweifel an der Rentabilität von Leistung in Deutschland. Die Jugendlichen bewerten ihre beruflichen Chancen zunehmend negativer. Dies führt dazu, dass praxisnahe Qualifikationen für viele an Attraktivität gewinnen. Der Trend wird durch die alarmierende Tatsache verstärkt, dass 23% der jungen Menschen Schulden haben, was einen neuen Höchststand darstellt.
Die finanziellen Sorgen könnten auch ein Grund dafür sein, dass 21% der Befragten planen, Deutschland zu verlassen, während 41% sich eine Auswanderung grundsätzlich vorstellen können. Diese Entwicklung legt nahe, dass viele junge Menschen eine Zukunft im Ausland bevorzugen, als in ihrem Heimatland zu bleiben.
Politische Ansichten und gesellschaftliches Engagement
Die politische Polarisierung unter jungen Menschen nimmt zu. Die Linke wird als die beliebteste Partei unter jungen Menschen mit 25% Zustimmung identifiziert. Gleichzeitig ist ein Anstieg der Zustimmung zur AfD zu beobachten, besonders unter jungen Männern. Diese Entwicklungen verdeutlichen die wachsende Kluft zwischen den politischen Orientierungen, insbesondere zwischen jungen Frauen, die sich eher linksliberal positionieren, und jungen Männern, die tendenziell rechte Positionen einnehmen.
Klaus Hurrelmann, ein Expert in diesem Bereich, fordert eine stärkere gesellschaftliche und politische Beteiligung der jungen Generation, um ihre Stimmen und Anliegen zu verstärken. Die Studie gibt den Politikern ein klares Signal: Es ist an der Zeit, sich den Bedürfnissen und Sorgen der Jugend zuzuwenden.
Die „Jugend in Deutschland 2026“ Trendstudie wird vom Datajockey Verlag herausgegeben und finanziert sich durch den Studienverkauf. Sie ist als eine wichtige Ressource für das Verständnis der aktuellen Herausforderungen, denen sich die deutsche Jugend gegenübersieht, zu betrachten. Weitere Informationen dazu bietet die Universität Potsdam in ihrem Beitrag über diese relevante Studie.



