Der deutsche Filmnachwuchs schlägt Alarm. In einem Brandbrief wandten sich Studiengangsvertreter aus verschiedenen Filmhochschulen an die Fraktionsvorsitzenden und Abgeordneten des Bundestags sowie an Kultur- und Medienvertreter. Darin äußern die Filmstudierenden ihre Verzweiflung über die aktuellen Bedingungen für den deutschen Film. Die Studierenden fordern eine umfassende Reform der Filmförderung, um die kulturelle Vielfalt, Kreativität und die Arbeitsplätze in der Branche zu sichern. Sie warnen eindringlich, dass ohne Maßnahmen der Filmstandort Deutschland den Anschluss an Europa und die Welt verlieren könnte, wie die Filmuniversität berichtet.

Die wirtschaftlichen Herausforderungen sind alarmierend: Laut einer Herbstumfrage 2023 bewerten 56 % der Produktionsfirmen ihre wirtschaftliche Lage als schlecht. 45 % der Firmen verzeichneten im vergangenen Jahr deutliche Auftragsrückgänge. Besonders betroffen ist der Filmnachwuchs, dessen Mitglieder als erste von Einsparungen betroffen sind. Die Hoffnung der Studierenden ruht auf einer politischen Unterstützung und einer schnellen Umsetzung der notwendigen Reformen in der Filmförderung.

Forderungen nach Reformen

Im Brandbrief betonen die Unterzeichner, dass die Reform der Filmförderung Steueranreize und Investitionsverpflichtungen beinhalten sollte. Dadurch sollen internationale Produktionen nach Deutschland eingeladen werden. Weiterhin fordern die Studierenden klare Perspektiven für junge Filmschaffende und nachhaltige Strukturen, die sowohl Innovation als auch ökologische Verantwortung fördern. Um irreparablen Schaden zu vermeiden, drängt der Nachwuchs darauf, dass das novellierte Filmförderungsgesetz (FFG) bis zum 01.01.2025 in Kraft tritt.

Die Filmförderung in Deutschland hat traditionell eine bedeutende Rolle gespielt. Laut Angaben des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) fördert die Bundesregierung die Filmwirtschaft jährlich mit rund 44 Millionen Euro. Das Ziel dieser Förderung ist es, die Struktur der deutschen Filmwirtschaft zu sichern, die Qualität und Vielfalt des Filmschaffens zu erhalten und weiterzuentwickeln. Diese Ziele werden durch das Filmförderungsgesetz gesteuert, das auch die Aufgaben der Filmförderungsanstalt (FFA) regelt.

Politische Unterstützung erforderlich

Der Brandbrief verdeutlicht die Dringlichkeit einer politischen Antwort auf die aktuelle Situation im deutschen Film. Die Studierenden appellieren an die Politik, Gesetze zur Investitionsverpflichtung und zum Tax Incentive unverzüglich dem Bundestag zuzuleiten. In einer Zeit, in der der deutsche Filmbereich unter starkem Druck steht, könnte eine zügige Umsetzung dieser Reformen entscheidend sein.

Das BAFA stellt vorläufige Projektbescheinigungen aus, um bestimmten Filmen die Anerkennung als deutsche Produktionen zu gewährleisten. Zudem fördert Deutschland mit mehreren bilateralen und multilateralen Koproduktionsabkommen den kulturellen Austausch und die Wettbewerbsfähigkeit im internationalen Kontext. Koproduktionen werden in den beteiligten Ländern wie inländische Produktionen behandelt und genießen somit ähnliche Vorteile wie nationale Filme.

Mit einem klaren Aufruf zur schnelleren Reform der Filmförderung unterstreichen die Filmstudierenden, dass der Fortbestand und die Entwicklung des deutschen Films in Gefahr ist. Dies erfordert eine nachhaltige und zukunftsorientierte Reaktion von Seiten der Politik, um sowohl die Talententwicklung als auch die internationale Wettbewerbsfähigkeit zu stärken.