Am 11. März 2026 wird der Feministische Kampftag gefeiert, der seit über 100 Jahren im März veranstaltet wird. Seine Ursprünge hat er in der Arbeiterinnenbewegung und wurde maßgeblich von Clara Zetkin geprägt. In diesen Jahren gingen Frauen für grundlegende gesellschaftliche Rechte auf die Straße, um für Wahlrechte, Gleichberechtigung, höhere Löhne und bessere Arbeitsbedingungen zu kämpfen. Auch in der heutigen Zeit ist der Einsatz für Geschlechtergerechtigkeit und gegen Diskriminierung wichtig, wie es die Uni Potsdam informiert.

In diesem Jahr liegt der Fokus des Koordinationsbüros für Chancengleichheit (KfC) auf der geschlechtsspezifischen Gesundheitsversorgung. Unter dem Motto „Mythen, Macht, Medizin“ wird die 4. Vollversammlung für Frauen, trans*, inter* und nicht-binäre Personen durchgeführt. Dabei liegt der Blick auf den strukturellen Ungleichheiten im Gesundheitssystem. So beeinflusst die gesundheitliche Situation die Teilhabe am akademischen Leben, wie etwa Studium, Forschung und Arbeit.

Gesundheitliche Herausforderungen und deren Auswirkungen

Eine aktuelle Gesundheitsbefragung an der Universität Potsdam zeigt beunruhigende Trends: Die Erschöpfung, Depressionen und Burnout nehmen unter Studierenden zu. Diese Ergebnisse verdeutlichen die dringende Notwendigkeit, mentale Gesundheit und Diskriminierung zu thematisieren. Themen wie Sexualität, Geschlecht, Wechseljahre und Männergesundheit wurden umfassend behandelt und planen, im April durch Vorträge, Think-Labs und weitere Mitwirkungsmöglichkeiten zur Förderung einer gesunden und chancengleichen Campusumgebung fortgeführt zu werden.

Im Sommer stehen auch die Wahlen der zentralen und dezentralen Gleichstellungsbeauftragten an. Vizepräsidentin Prof. Dr. Barbara Höhle hebt die erreichten Fortschritte in der Gleichstellungsarbeit hervor, warnt jedoch vor den Gefahren antidemokratischer Strömungen. Die derzeitige zentrale Gleichstellungsbeauftragte Christina Wolff bekräftigt die Wichtigkeit von Schutzräumen und der Sichtbarmachung von Benachteiligungen.

Internationaler Frauentag und gesellschaftliche Herausforderungen

Der Internationale Frauentag, der jährlich am 8. März gefeiert wird, hat das Ziel, die Gleichberechtigung aller Geschlechter zu fördern und Diskriminierung zu bekämpfen. Frauen sind weltweit weiterhin stark von Armut, Bildungsbenachteiligung und sexualisierter Gewalt betroffen. In Deutschland erlebt jede dritte Frau mindestens einmal im Leben körperliche oder sexualisierte Gewalt, was die Dringlichkeit nationaler und internationaler Anstrengungen zur Gleichstellung unterstreicht, wie die ZDF heute hervorhebt.

Der Gender Pay Gap bleibt ein zentrales Thema: Frauen in Deutschland verdienen 2024 rund 16 Prozent weniger pro Stunde als Männer. Die Diskussion um die Gleichstellung wird auch beim Blick auf historische Persönlichkeiten relevant: Figuren wie Louise Otto-Peters, Clara Zetkin und Elisabeth Selbert haben entscheidende Schritte für die Rechte von Frauen unternommen, deren Erbe es gilt, weiterzuführen.

Der Weg zur Gleichstellung in Deutschland

Das Ziel der Gleichberechtigung von Männern und Frauen ist im Artikel 3, Absatz 2 des Grundgesetzes fest verankert. Während Gleichberechtigung die Ebene der Rechte umfasst, geht es bei der Gleichstellung um die politische Umsetzung und Verbesserung der Lebenssituation von benachteiligten Gruppen. Laut der Hans-Böckler-Stiftung zeigen Studien, dass die Erwerbsbeteiligung von Frauen weiterhin niedriger ist als die der Männer.

2020 laborierten Frauen im Durchschnitt 7,9 Stunden weniger als Männer, während 46 Prozent der Frauen in Teilzeit arbeiteten – ein Verhaltensmuster, das sich tief in die sozialen Strukturen Deutschlands eingegraben hat. Frauen nehmen auch seltener an karrierefördernden Weiterbildungen teil und erhalten insgesamt weniger Unterstützung als ihre männlichen Kollegen. Diese Aspekte und weitere Forderungen nach Reformen und der Stärkung von Mitbestimmung sind entscheidend, um die verankerte Gleichstellung effektiver voranzubringen.