Am 10. März 2026 wurde das Lehr-Lern-Labor Physik (PHyLa) der Pädagogischen Hochschule Karlsruhe (PHKA) mit dem LeLa-Preis 2026 ausgezeichnet. Die Institution erhielt den ersten Preis in der Rubrik Schülerlabor +, der mit 5.000 Euro dotiert ist. Diese Auszeichnung wurde im Rahmen der 21. LeLa-Jahrestagung in Osnabrück vergeben. PHKA berichtet, dass PHyLa Projekttage zu physikalischen Themen anbietet, die von Lehramtsstudierenden für Schüler:innen konzipiert und durchgeführt werden.

Ein zentraler Schwerpunkt von PHyLa liegt auf der naturwissenschaftlichen Grundbildung zur Klimakrise, wobei ein interdisziplinärer Ansatz verfolgt wird. Die Jury lobte PHyLa insbesondere für seine klare und greifbare Darstellung der Klimakrise, die durch wissenschaftliche Präzision und lokalen Bezug besticht. MINT-Bildung wird hier als wichtiger Aspekt der Demokratiebildung angesehen, da sie darauf abzielt, das „Climate Literacy“ zu fördern, um persönliche und politische Entscheidungen zu stärken.

Aktive Teilnahme und Forschung

Schüler:innen haben die Möglichkeit, lokale Klimadaten zu analysieren und eigenständig Aussagen zur Klimakrise abzuleiten. Dabei reflektieren sie auch verschiedene Handlungsoptionen. Lehramtsstudierende hingegen erwerben essentielle Kompetenzen zur Planung, Durchführung und Reflexion des fächerübergreifenden Unterrichts. Im Rahmen der Klimaprojekttage wird das Konzept von PHyLa kontinuierlich beforscht, um eine stetige Verbesserung der Lehr- und Lernmethoden zu gewährleisten.

Eine bemerkenswerte Entwicklung ist die Karlsruher Klima-App, die Klimadaten aus Karlsruhe seit 1778 analysiert. Diese App soll als Open Educational Resource zur Verfügung stehen und lässt sich leicht auf andere Standorte übertragen. Seit seiner Gründung im Jahr 2022 hat PHyLa fast 4.000 Schüler:innen erreicht und bleibt für alle Schulformen und Stufen offen, mit einem besonderen Fokus auf die Sekundarstufe I und die Grundschule.

Ziele der Klimabildung

Die Arbeit des PHyLa und der Klimabildung e.V. verfolgt das Ziel, Menschen dazu zu befähigen, eine klimagerechtere Welt zu gestalten. Diese Organisation nutzt interaktive Bildungsformate, um Lösungen zur Klimakrise aufzuzeigen. Wie Klimabildung.org berichtet, erfolgt die Herangehensweise auf wissenschaftlicher Basis und ist lösungsorientiert. Die Zielgruppen sind hierbei Schulen, Hochschulen und auch Online-Nutzer. Der Ansatz ist barrierearm, um eine breite Beteiligung zu ermöglichen und um greifbare Ergebnisse zu erzielen.

Im Kontext der globalen Herausforderungen muss sich die Gesellschaft radikal verändern. Laut einer Studie des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung müssen die Treibhausgasemissionen bis spätestens 2050 auf null gesenkt werden, um die Erderwärmung zu stoppen. Bildung wurde dabei als einer der wichtigsten Hebel identifiziert, um Bewusstsein für die Ursachen und Folgen des Klimawandels zu schaffen. Die Siemens-Stiftung weist darauf hin, dass die Sustainable Development Goals der Vereinten Nationen und der Weltbildungsbericht 2020 der UNESCO die zentrale Bedeutung von Bildung in diesem Prozess betonen.

Mit den 5.000 Euro des LeLa-Preises will PHyLa neue Experimentiermaterialien anschaffen, um den Schüler:innen eine noch bessere Ausbildung im Bereich der Klimabildung zu ermöglichen und somit einen weiteren Schritt hin zu einer informierten und aktiven Gesellschaft zu gehen.