Das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) hat ein wegweisendes Programm ins Leben gerufen, das sich mit altersassoziierten Erkrankungen beschäftigt. Mit einer finanziellen Unterstützung von 11,8 Millionen Euro über einen Zeitraum von zehn Jahren soll das Advanced Cologne Clinician Scientist Program (AdCCSP) zur Förderung der Forschung in diesem vitalen Bereich beitragen. Das Programm steht unter der Leitung von Univ.-Prof. Dr. Esther von Stebut, einer angesehenen Prodekanin für Wissenschaft und Transfer an der Medizinischen Fakultät der Universität zu Köln sowie Direktorin der Dermatologie und Venerologie an der Uniklinik Köln. Ziel ist es, exzellente Fachärzt*innen für die Wissenschaft zu gewinnen und deren klinische Expertise mit Forschung zu verknüpfen.

Durch das AdCCSP sollen bis zu 12 klinische Wissenschaftler*innen innerhalb der ersten vier Jahre rekrutiert werden. Die ausgewählten Fellows erhalten ein jährliches Budget von 135.000 Euro, was eine gesicherte finanzielle Basis für drei Jahre mit 50% geschützter Forschungszeit bietet. Darüber hinaus stehen zusätzliches Personal und Sachmittel zur Verfügung. Bei erfolgreicher Zwischenevaluation nach 2,5 Jahren besteht die Möglichkeit, das Programm um weitere drei Jahre zu verlängern. In dieser Phase können die Fellows sogar bis zu 75% geschützte Forschungszeit durch Fakultätsmittel in Anspruch nehmen.

Schaffung attraktiver Karriereperspektiven

Das AdCCSP verfolgt besondere Maßnahmen, um den Herausforderungen zu begegnen, denen klinisch und wissenschaftlich tätige Ärztinnen und Ärzte oft gegenüberstehen. Dazu gehören die Vereinbarkeit von Forschung und ärztlicher Tätigkeit sowie von Familie und Beruf. Das Programm ist speziell auf die Bedürfnisse von Ärztinnen und Ärzten mit abgeschlossener Facharztausbildung ausgerichtet, um sie in der dualen Rolle als Kliniker und Forscher zu unterstützen.

Ein strukturiertes Curriculum soll die Fellows bei ihrer (Sub-)Spezialisierung sowie beim wissenschaftlichen Fortschritt und der Integration in akademische Strukturen unterstützen. Ein weiterer wichtiger Aspekt des Programms ist die kontinuierliche Qualitätskontrolle, die transparente Prozesse und Maßnahmen für Chancengerechtigkeit und die Förderung von Work-Life Balance umfasst. Damit zielt das Programm darauf ab, junge Ärztinnen und Ärzte langfristig in der Wissenschaft zu halten und ihnen attraktive Karriereperspektiven bis hin zu einer Professur zu bieten.

Familie und Beruf: Ein Balanceakt

Um die Herausforderungen in der Vereinbarung von Beruf und Familienleben besser zu verstehen, hat eine Studie zur Situation junger Ärztinnen und Ärzte interessante Ergebnisse hervorgebracht. Laut der Erhebung sind 65,1% der Teilnehmenden verheiratet, während 86% Kinder haben oder sich welche wünschen. Diese familiären Verpflichtungen stehen häufig in Konflikt mit den Anforderungen des Berufs. 34,6% mussten eine Karriereunterbrechung von durchschnittlich 18,5 Monaten einlegen, meist wegen Schwangerschaft oder Kinderbetreuung. Ähnlich zeigt sich, dass 62,2% der Ärztinnen eine Elternzeit von 6 bis 12 Monaten in Anspruch nehmen, während dies nur für 22,4% der Männer zutrifft.

Die Studie dokumentiert auch, dass 45,6% der Befragten Probleme bei der Rückkehr in den Beruf oder beim beruflichen Weiterkommen berichteten. Nahezu 60% der Teilnehmenden gaben an, dass es keine spezifischen Arbeitszeitmodelle für Mitarbeitende mit betreuungspflichtigen Kindern gibt. Dies verdeutlicht die Notwendigkeit von Änderungen auf institutioneller Ebene sowie ein Umdenken sowohl bei den Entscheidungen der Vorgesetzten als auch bei den betroffenen jungen Ärztinnen und Ärzten selbst, um eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu ermöglichen.

Insgesamt bietet das AdCCSP nicht nur finanzielle Unterstützung, sondern schafft auch ein innovatives Umfeld, um medizinische Forscher*innen in der heutigen herausfordernden Zeit zu fördern und sie auf den Weg zu nachhaltigen Karrieren in der Wissenschaft zu begleiten. Wichtig ist dabei, dass sowohl die Institutionen als auch die Fachgesellschaften aktiv an einer gesunden und förderlichen Arbeitsumgebung arbeiten, um die besten Talente in der Medizin für die Zukunft zu gewinnen.

Das Programm stellt sich somit als Schlüssel zur nachhaltigen Förderung von Ärztinnen und Ärzten vor, indem es flexible Rahmenbedingungen und individuelle Chancen für den wissenschaftlichen Fortschritt schafft.

Für weitere Informationen über das AdCCSP besuchen Sie bitte die Seiten von Medizinische Fakultät der Universität zu Köln, Gesundheitsforschung BMFTR sowie PMC.