Am 14. Februar 2026 prägten neue Forschungsergebnisse die Debatte um den Einsatz von Künstlicher Intelligenz in zwischenmenschlichen Interaktionen. Zwei Online-Studien mit insgesamt 492 Teilnehmenden führten Chat-Unterhaltungen über persönliche und emotionale Fragen. Dabei erhielten die Teilnehmenden entweder Antworten von Menschen oder einem KI-basierten Sprachmodell. Interessanterweise zeigte sich, dass die Reaktionen von KI und Menschen oft vergleichbar waren, besonders wenn die Teilnehmenden nicht über die Identität ihres Gesprächspartners informiert waren.

Ein zentrales Ergebnis der Studie war, dass KI-Antworten ein ähnliches Gefühl von Nähe erzeugten wie menschliche Antworten. Besonders in emotionalen Gesprächen erlebten die Teilnehmenden sogar oft eine stärkere Nähe zur KI, da diese mehr persönliche Informationen teilte. Studienleiter Bastian Schiller war über diese Erkenntnisse überrascht und verdeutlichte, dass die Teilnehmer in unbekannten Gesprächen generell vorsichtiger seien, was die Entwicklung von Nähe betrifft.

Einfluss der Transparenz

Das bevorstehende Wissen darüber, dass es sich um eine KI handelt, führte jedoch zu einem signifikanten Rückgang des Nähegefühls. Die Teilnehmenden investierten weniger Mühe in ihre Antworten, wenn sie vorab informiert wurden. Dies deutet darauf hin, dass der Kontext und die Transparenz der Interaktion entscheidend für die Wahrnehmung von Nähe sind.

Die Studienautoren, darunter Dr. Tobias Kleinert, wiesen ebenfalls darauf hin, dass die Ergebnisse bedeutendes Potenzial für den Einsatz von KI in Bereichen wie psychologischer Unterstützung, Pflege, Bildung und Beratung aufzeigen. Die Verantwortlichen betonen jedoch die Notwendigkeit klarer ethischer und regulatorischer Leitlinien. Diese sollen sicherstellen, dass KI nicht nur effektiv, sondern auch verantwortungsvoll eingesetzt wird.

Gesundheitliche Aspekte sozialer Beziehungen

In der Forschung wird auf die positiven Wirkungen sozialer Beziehungen auf die menschliche Gesundheit verwiesen. Prof. Dr. Markus Heinrichs betont die Wichtigkeit einer verantwortungsvollen Gestaltung von KI-Systemen. Schiller hebt hervor, dass die Art und Weise, wie KI gestaltet und reguliert wird, letztendlich darüber entscheidet, ob sie soziale Beziehungen sinnvoll ergänzt oder ob sie die Emotionale Nähe manipuliert.

Die Originalpublikation der Studien mit dem Titel „AI outperforms humans in establishing interpersonal closeness in emotionally engaging interactions, but only when labelled as human“ unterstreicht die grundlegenden Ergebnisse der Forschungsarbeit. Konsistent mit den Leitlinien der ERC-geförderten Projekte, an denen führende Wissenschaftler wie Prof. Dr. Bastian Schiller beteiligt sind, zeigt die Studie die potenziellen Vorteile, aber auch die Herausforderungen, die mit der Interaktion zwischen Mensch und KI verbunden sind.

Insgesamt stellt diese Forschung einen bedeutenden Schritt in der Diskussion über die Rolle von KI in emotionalen und sozialen Dynamiken dar. Es bleibt abzuwarten, wie diese Erkenntnisse in Zukunft in praktische Anwendungen umgesetzt werden. Der Dialog zur ethischen Nutzung von KI bleibt weiterhin unerlässlich, um sowohl innovative als auch verantwortungsvolle Wege zu finden, Menschen und Maschinen näherzubringen.