Ein neues Verbundprojekt unter der Leitung der Universität Hannover, in dem auch Forschende der Universität Göttingen beteiligt sind, hat zum Ziel, künstliche Intelligenz (KI) in den Chinesisch-Unterricht der Universitäten zu integrieren. Diese Initiative wird durch das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt mit rund 500.000 Euro für die Dauer von dreieinhalb Jahren gefördert. Die Forschenden wollen das didaktische Potenzial digitaler Sprachlern-Apps untersuchen, um Blended-Learning-Konzepte zu entwickeln, die den Chinesisch-Unterricht stärken sollen. Es besteht die Absicht, die gewonnenen Erkenntnisse auch auf andere Fremdsprachen zu übertragen, was eine bereichernde Perspektive für die Sprachbildung darstellt. Aktive Einbeziehungen von Lernenden und Lehrenden in alle Projektphasen werden angestrebt, um praxisnahe Lehr- und Lernformate zu erstellen, die direkt in der Lehre eingesetzt werden können.

Dies ist nicht das erste Mal, dass die Möglichkeiten der KI im Bildungsbereich erörtert werden. km.bayern.de wies darauf hin, dass der Einsatz von KI im Unterricht Lehrkräften dabei helfen kann, ihre Arbeitsabläufe zu optimieren und die Qualität des Unterrichts zu steigern. Die Technologie ermöglicht eine Anpassung der Lerninhalte an die individuellen Stärken und Schwächen der Schülerinnen und Schüler, wodurch das Lernen effektiver und motivierender gestaltet werden kann. Dennoch müssen die damit verbundenen Risiken und Herausforderungen berücksichtigt werden, insbesondere die Einhaltung rechtlicher Vorgaben wie der DSGVO und des EU AI Acts im Umgang mit den erfassten Daten.

Didaktische Einbindung und Verantwortung

Das Konzept einer verantwortungsvollen Nutzung von KI wird auch in einem umfassenden Dokument der Universitäten Augsburg und Potsdam behandelt. In der Handreichung „Künstliche Intelligenz in der Schule – Eine Handreichung zum Stand in Wissenschaft und Praxis“ wird aufgezeigt, wie KI sinnvoll in den Schulkontext integriert werden kann. Hierbei wurde ein fächerübergreifendes KI-Kompetenzmodell entwickelt, das Lehrkräfte und Schüler*innen dazu befähigen soll, sowohl die Chancen als auch die Gefahren von KI zu diskutieren.

Eine wichtige Ressource ist die Plattform Bildungsserver Berlin-Brandenburg, die Informationen zu Themen wie „KI Grundlagen“ und „KI im Fachunterricht“ bereitstellt. Zudem wird der KI-Campus, eine digitale Lernplattform, die seit 2019 vom BMBF gefördert wird, als eine Möglichkeit hervorgehoben, wie KI-Anwendungen Lernprozesse unterstützen und personalisieren können. Lehrkräfte sind jedoch angehalten, die didaktische Einbindung dieser Technologien zu gewährleisten.

Vielfalt der Bildungsprojekte

In Sachsen-Anhalt erhalten Lehrkräfte Zugang zu den KI-Diensten „emuGPT“ und „emuDALL·E“, während das Projekt „AI Teacher“ KI-gestützte Arbeitsblätter für alle Schulfächer generiert. Ein bedeutendes Projekt ist auch „HyperMind“, das ein dynamisch-adaptives Physikschulbuch entwickelt, um individuelles Lernen zu fördern. Für ältere Schülerinnen und Schüler wurde die Unterrichtseinheit „Voll smart: Meine Zukunft mit KI“ konzipiert, die sich ab der Klassenstufe 7 mit dem Thema KI auseinandersetzt.

Die Vielfalt an Initiativen zeigt das große Potenzial der KI in der Bildung. Unterrichtsmaterialien von Klicksafe bieten einen Überblick über ChatGPT und die damit verbundenen Herausforderungen. Das Projekt „KI-Superkräfte für die Umwelt“ fördert zudem ein umweltbewusstes Lernen mit KI-Technologien. Diese Entwicklungen verdeutlichen, wie wichtig ein kritischer und verantwortungsvoller Umgang mit KI im Bildungssektor ist.

Die aktive Einbindung von Schülerinnen und Schülern in die Thematik der künstlichen Intelligenz ist entscheidend, um sie auf die digitale Zukunft vorzubereiten. Dieser Schritt könnte nicht nur ihre medialen Kompetenzen stärken, sondern auch ein tiefes Verständnis für die ethischen Fragestellungen im Zusammenhang mit KI fördern.