Am 5. März 2026 haben die Landeshauptstadt Kiel und die Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) eine enge Zusammenarbeit in der Stadtbahnplanung vereinbart. Die Unterzeichnung eines Letter of Intent (LOI) fand im Kieler Rathaus statt, an der Oberbürgermeister Ulf Kämpfer und Kanzlerin Claudia Ricarda Meyer teilnahmen. Diese Vereinbarung hebt die Bedeutung unterschiedlicher Bauvorhaben am Hauptcampus der CAU hervor und legt den Grundstein für den Anschluss des „Wissensquartiers Bremerskamp“ an die Stadtbahn.
Ziel der ersten Inbetriebnahmestufe (IBS 1) der Stadtbahnplanung ist es, eine Trasse über die Olshausenstraße bis zum Bremerskamp zu ziehen, die entlang des CAU-Campus verläuft. Die IBS 1 wird eine Länge von rund 12,5 Kilometern haben und ist somit der erste Abschnitt eines geplanten 36 Kilometer langen Stadtbahnnetzes. Oberbürgermeister Kämpfer betonte den vertrauensvollen Austausch mit der CAU und die Wichtigkeit, die Anbindung des Forschungs- und Lehrstandortes an den öffentlichen Nahverkehr zu gewährleisten.
Neue Impulse für den öffentlichen Nahverkehr
Mobilitätsdezernentin Alke Voß äußerte sich optimistisch über die neuen Impulse, die durch die Zusammenarbeit entstehen könnten. Insbesondere wird die Gestaltung des Stadtraums entlang der Stadtbahntrasse in den Fokus rücken. Dies geschieht in dem Bestreben, eine schnelle und klimafreundliche Anbindung für Studierende, Dozierende, Mitarbeiter*innen und Besucher*innen zu schaffen. Eine verbesserte Sicherheit soll durch die Entflechtung von Fuß-, Rad-, Auto- und ÖPNV-Verkehr erreicht werden, während gleichzeitig die Aufenthaltsqualität erhöht werden soll.
Kanzlerin Meyer ergänzte, dass ein leistungsstarker öffentlicher Nahverkehr für den Campus unerlässlich sei. Die CAU verfolgt im Rahmen dieses Projekts das Konzept des „Wissensquartiers Bremerskamp“, das Forschung, Lehre und studentisches Leben miteinander verbinden soll. Die Stadt und die Universität planen eine enge Abstimmung bei der Entwicklung des Hochschul- und Wissenschaftsquartiers sowie der Stadtbahn. Die IBS 1 steht nun kurz vor der Entwurfsphase, und die Fertigstellung wird bis zur Mitte der 2030er Jahre erwartet.
Der VDV und der öffentliche Nahverkehr
<pDer Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV), der rund 700 Unternehmen im Bereich öffentlicher Personenverkehr und Schienengüterverkehr in Deutschland organisiert, spielt dabei eine wichtige Rolle. Der VDV berät und unterstützt seine Mitgliedsunternehmen sowie Politiker und fördert den Austausch von Erfahrungen und Know-how. Mit Büros in Brüssel, Berlin und Köln vertritt der Verband die Interessen seiner Mitglieder gegenüber Parlamenten, Behörden und weiteren Institutionen.
Der VDV hat eine lange Geschichte, die bis zur Gründung des Vereins Preußischer Eisenbahnen im Jahr 1846 zurückgeht. Seither hat sich der Verband stetig weiterentwickelt und arbeitet aktiv daran, die Herausforderungen im öffentlichen Nahverkehr zu adressieren. Die Ergebnisse dieser Arbeit werden in den VDV-Empfehlungen und Berichten dokumentiert, die für die Mitglieder und die breite Öffentlichkeit von Bedeutung sind.