Heute ist ein spannender Tag für die Leukämieforschung in Kiel! Die Doktorandin Carla Pieper von der Medizinischen Fakultät der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) wurde mit einem Mildred Scheel Doktorandinnen-Stipendium der Deutschen Krebshilfe ausgezeichnet. Dies ermöglicht ihr, in den kommenden acht Monaten an ihrer Dissertation zu arbeiten, die sich mit einer der am häufigsten diagnostizierten Leukämieformen beschäftigt: der akuten lymphoblastischen Leukämie (ALL).

Unter der Leitung von Professorin Claudia Baldus am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UKSH), Campus Kiel, untersucht Pieper die Rolle der Ursprungszelle für das Verhalten von Leukämiezellen unter Immuntherapie. Diese Forschung ist besonders relevant, da ALL eine heterogene Erkrankung ist, die vor allem Kinder, aber auch Erwachsene betrifft. Unbehandelt führt diese aggressive Krankheit innerhalb weniger Monate zum Tod. In der letzten Dekade haben intensive Therapien zwar die Überlebenschancen verbessert, doch viele Patienten sprechen nicht ausreichend auf bestehende Behandlungen an oder erleiden Rückfälle.

Forschungsprojekt und Ziele

Piepers Dissertation ist Teil des Kiel Oncology Networks (KON) und des Universitären Cancer Centers Schleswig-Holstein (UCCSH). Das Promotionsprojekt konzentriert sich darauf, die Plastizität bestimmter Leukämie-Subtypen und die Entstehung der akuten lymphoblastischen Leukämie besser zu verstehen. Ziel ist es, die Mechanismen zu entschlüsseln, die zur Entstehung einer speziellen multilinearen Subform der ALL beitragen, um zukünftige immuntherapeutische Ansätze zu verbessern.

Im Rahmen ihrer Untersuchungen plant Pieper, geeignete Zellmodelle aus Maus-Knochenmarkszellen zu generieren. Hierzu möchte sie die Hypothese überprüfen, dass bestimmte Zellpopulationen die Empfindlichkeit gegenüber aktuellen Behandlungsansätzen – einschließlich kombinierter Chemo- und Immuntherapien – beeinflussen.

Faktoren für die Prognose von ALL
Immunphänotyp
Zytogenetik
Molekulare Marker

Dr. Dennis Das Gupta, der Piepers Doktorarbeit betreut, hebt die Bedeutung der flexiblen Zellidentität bei diesem speziellen ALL-Subtyp hervor. In der zweiten Förderphase der Forschungsgruppe CATCH ALL sollen die Wechselwirkungen zwischen den bösartig veränderten Zellen und ihrer Umgebung im Gewebe vertieft untersucht werden. Dies könnte entscheidend sein, um neue Ansätze zur Bekämpfung der Erkrankung zu finden.

Innovation durch PROTAC-Technologie

Parallelen zur aktuellen Forschung in Kiel ergeben sich auch aus einem interdisziplinären Projekt, das von Professor Elmar Wolf und Claudia Baldus geleitet wird. Hierbei handelt es sich um die Entwicklung von innovativen Therapien gegen die akute lymphoblastische Leukämie (ALL) mithilfe der PROTAC-Technologie. Diese vielversprechende Technologie nutzt natürliche Prozesse der Zelle, um Proteine zu markieren und abzubauen, die das Wachstum von Krebszellen fördern. Dies könnte eine entscheidende Wende im Kampf gegen resistente Leukämieformen darstellen, die trotz intensiver Therapien zurückkehren.

Zusammen bilden Piepers Dissertation und die PROTAC-Studie einen Teil der umfassenden Anstrengungen in Kiel, die Heilungschancen für alle Altersgruppen bei ALL weiter zu verbessern. Die DFG unterstützt das Forschungsnetzwerk mit umfangreicher Finanzierung, um diese Herausforderungen anzugehen und neue, maßgeschneiderte Behandlungsansätze zu entwickeln. Wir dürfen gespannt sein, welche Erkenntnisse und Fortschritte in den nächsten Jahren aus Kiel hervorgehen werden!

Für weiterführende Informationen zu Carla Piepers Stipendium, ihrer Forschung und den allgemeinen Entwicklungen in der Leukämieforschung können Sie die vollständigen Artikel auf uni-kiel.de, pubmed.ncbi.nlm.nih.gov und uksh.de nachlesen.