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Die Zahl der Katholiken in Deutschland ist im Jahr 2025 stark gesunken, und zwar um etwa 550.000 auf nunmehr 19,2 Millionen. Dies entspricht einem Anteil von 23 Prozent an der Gesamtbevölkerung. Diese drastische Veränderung wirft Fragen auf und erfordert eine tiefere Analyse der Gründe für die Kirchenaustritte.

Eine aktuelle Studie von Dr. Lotte Pummerer und ihren Kolleginnen und Kollegen untersucht die Beweggründe für Kirchenaustritte, insbesondere unter Mitarbeitern der Caritas. Ein zentrales Ergebnis der Forschung ist die Feststellung, dass emotionale Aspekte der Bindung an die Kirche entscheidend sind, wenn es darum geht, ob Menschen bleiben oder die Kirche verlassen.

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Emotionale Bindungen im Fokus

Die Studie zeigt, dass die Zufriedenheit mit der Kirche, die empfundene Nähe zu anderen Mitgliedern und die Bedeutung der Kirche für das eigene Selbstbild die wichtigsten Faktoren für die Austrittsabsicht sind. Kognitive Aspekte, wie das Gefühl, Teil einer einheitlichen Gruppe zu sein, spielen demnach eine untergeordnete Rolle. Negative Einschätzungen bezüglich Autorität, Reformfähigkeit und dem Image der Kirche sind zwar mit höheren Austrittsabsichten korreliert, aber sie sind weniger entscheidend als die emotionale Identifikation mit der Kirche.

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Dr. Pummerer betont, dass Kirchenaustritte oft das Ergebnis einer langsamen emotionalen Entkoppelung sind, nicht eines impulsiven Entschlusses. Eine starke emotionale Bindung kann hingegen durch Teilnahme am Gemeindeleben und an Gottesdiensten gestärkt werden. Die Studie basiert auf Daten von 583 katholischen Caritas-Mitarbeitenden und einer Langzeitanalyse mit 271 Personen und wurde während Pummerers Termin an der Universität Bremen durchgeführt. Sie ist nun an der Universität Mannheim tätig. Die Ergebnisse der Originalstudie sind in der Publikation „Leaving the Catholic Church: Cross-Sectional and Longitudinal Predictors of Leaving Intentions“ im International Journal for the Psychology of Religion veröffentlicht worden. uni-mannheim.de berichtet, dass diese emotionalen Dimensionen für die Kirche von enormer Bedeutung sind.

Vielfältige Ursachen für den Austritt

Das Bonifatiuswerk der deutschen Katholiken hat ebenfalls das Phänomen des Kirchenaustritts eingehend untersucht. Die Ursachen sind vielfältig und reichen von den Missbrauchsskandalen über persönliche Erfahrungen im Gemeindeleben bis hin zu finanziellen Aspekten, wie der Kirchensteuer, und dem Unglauben an Gott. Monsignore Georg Austen, Generalsekretär des Bonifatiuswerks, hebt hervor, wie wichtig es ist, die Hintergründe der Kirchenaustritte zu verstehen. Das Hilfswerk setzt auf Dialog, Begegnung und ermutigende Ideen, um Menschen, die der Kirche den Rücken kehren, nicht abzuschreiben. derdom.de beschreibt, wie der Dialog zwischen Kirche und Ausgetretenen revitalisiert werden kann.

Teilnehmende des Hilfswerks beleuchten die Thematik aus unterschiedlichen Blickwinkeln, sei es theologischer, soziologischer oder pastoraler Natur. Ziel ist es, im ständigen Austausch zu bleiben und ein besseres Verständnis für die Gründe zu entwickeln, die Menschen zum Austritt bewegen.