Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) wird ein bedeutender Schritt in der nachhaltigen Energieerzeugung unternommen. Ab Herbst 2025 werden auf den Dächern des Instituts für Automation und angewandte Informatik (IAI) sowie des Scientific Computing Centers (SCC) rund 1.500 Photovoltaikmodule installiert. Diese neue Photovoltaikanlage wird eine Gesamtleistung von 660 kWp erreichen und somit klimafreundliche Energie liefern.
Die erzeugte Energie dient nicht nur der eigenen Nutzung, sondern fungiert auch als Forschungsumgebung für innovative Energiekonzepte. Forschungsthema ist die Analyse der Netzauswirkungen der lokalen Einspeisung von Photovoltaik-Strom am Energy Lab des KIT. Gleichzeitig erfasst ein Netzwerk aus Messeinheiten am Campus Nord kontinuierlich Daten über die Netzzustände, was eine präzise Untersuchung der Effekte der erneuerbaren Energieeinspeisung ermöglicht.
Flexibilisierung durch Solarenergie
Ein zentraler Bestandteil des Projekts ist die Unterstützung des vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE) geförderten Programms FlexBlue. Dieses zielt darauf ab, die Flexibilisierung von Kälteversorgungssystemen durch den Einsatz von Solarstrom effizient zu gestalten. Ein Demonstrator am IAI wird die Photovoltaikanlage mit einem Batteriespeicher, einer Kompressionskältemaschine und einem steuerbaren Kältepufferspeicher kombinieren.
Die Photovoltaikanlage hat zudem eine praktische Relevanz für das KIT selbst: Der Großteil des erzeugten Stroms wird unmittelbar für die eigenen Bedürfnisse genutzt. Besonders hervorzuheben ist die Versorgung des Tier-1-Datenzentrums GridKa, das für den Large Hadron Collider (LHC) am CERN zuständig ist. Auch die Basis-IT und die KI-Toolbox des KIT werden nachhaltig mit der gewonnenen Solarenergie betrieben.
Neue Forschungsfragen im energieeffizienten Computing
Professor Achim Streit, Direktor des SCC, hebt die neuen Forschungsfragen hervor, die sich aus dem Betrieb von GridKa mit Photovoltaik-Strom ergeben. Die Integration erneuerbarer Energien in hochkomplexen, energieintensiven Anwendungen eröffnet neue Perspektiven in der Forschung zum energieeffizienten Computing. Das KIT positioniert sich mit dieser Initiative nicht nur als Vorreiter in der nachhaltigen Energiegewinnung, sondern leistet auch einen wertvollen Beitrag zur wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit erneuerbaren Energien.
Langfristig zielt das KIT darauf ab, nicht nur die Energieeffizienz am Standort zu erhöhen, sondern auch innovative Lösungen zu entwickeln, die über die Grenzen des Campus hinaus Wirkung zeigen. Das Engagement in der nachhaltigen Energieerzeugung ist ein weiterer Schritt in Richtung einer umweltfreundlicheren Zukunft.