Eine neue Studie von Prof. Dr. Eva Hornecker und ihrem Team an der Bauhaus-Universität Weimar sowie der Hochschule RheinMain beleuchtet, wie Online-Modeplattformen das Selbstbild von Frauen prägen. Die Forschung, die unter dem Titel „I Felt Like I Need to Fit in Someone Else’s Body“ bekannt ist, wird im April 2026 an der ACM CHI Conference in Barcelona präsentiert. Diese Arbeit erlangte eine „Honorable Mention“ und zählt zu den herausragenden Beiträgen der Konferenz, wie Uni Weimar berichtet.
Die Studie untersucht Online-Shopping aus einer emotionalen und mentalen Perspektive. Dabei wird das Körpergefühl der Nutzerinnen in den Entscheidungsprozess eingebunden. Es zeigt sich, dass die Diskrepanz zwischen den Erwartungen und der Realität häufig zu negativen Selbstwahrnehmungen führt. Diese negativen Empfindungen werden weniger dem Produkt selbst zugeschrieben, sondern vielmehr dem eigenen Körper. Dies ist besonders relevant, da mehr als 60% der Kundschaft im Online-Modehandel aus Frauen besteht, die auch den Großteil des Umsatzes ausmachen.
Herausforderungen des Online-Shoppings
Online-Shopping wird oft als funktionale Aufgabe betrachtet, was zu hohen Retourenraten führt. Diese Retouren haben nicht nur ökonomische Folgen, sondern wirken sich auch negativ auf die Umwelt aus. Eine zielgerichtete Untersuchung zeigt, dass realistischer dargestellte Körper und verbesserte Passformeinschätzungen dazu beitragen könnten, das Nutzererlebnis zu steigern. Dies könnte zu weniger Fehlkäufen und somit auch zu weniger Retouren führen.
Die Wissenschaftlerinnen fordern ein Umdenken im Design digitaler Systeme, um den Körper ins Zentrum der Gestaltung zu rücken. Ein körperzentrierter Ansatz könnte nicht nur Fehlkäufe vermindern, sondern auch die wirtschaftlichen sowie ökologischen Herausforderungen im Modehandel adressieren. Laut Ebru Kösebay könnte eine solche neue Perspektive dazu beitragen, dass Online-Plattformen individueller auf die Bedürfnisse der Nutzerinnen eingehen.
Zusammenfassend zeigt die Arbeit, wie essenziell ein Wandel im Umgang mit Online-Modeplattformen ist. Die Studie könnte wegweisend sein für zukünftige Entwicklungen im digitalen Handel und hat das Potenzial, die Gestaltung digitaler Technologien an die gesellschaftliche Vielfalt anzupassen.