Am 19. Februar 2026 wurde das BNE Escape Game Lab auf dem Campus der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) eröffnet. Es zielt darauf ab, Klimabildung erlebbar und handlungsorientiert zu gestalten. Mit seinem innovativen Konzept ermöglicht es den Teilnehmenden, sich auf spielerische Weise mit komplexen Themen rund um den Klimawandel auseinanderzusetzen.

Das Lab besteht aus sechs thematischen Räumen, die jeweils eigene Storys, Leitfiguren und Lernziele bieten. Die behandelten Themen sind unter anderem Treibhauseffekt, Ozeanversauerung, Meeresspiegelanstieg und der Einsatz von grünem Wasserstoff. Dieses Format hat bereits seit seinem Buchungsstart im November 2025 großen Anklang gefunden, wodurch über 180 Schülerinnen und Schüler an den Herausforderungen des Labors teilgenommen haben. Für 2026 sind viele weitere Buchungen eingegangen.

Ein interaktives Lernen

Das Escape Game thematisiert ein fiktives „Future Institute Mainz“, das kurz vor einem wissenschaftlichen Durchbruch steht. In diesem Szenario sind Wissenschaftler entführt worden, und die Teilnehmenden müssen sie befreien und benötigte Forschungsergebnisse rekonstruieren. Durch das Lösen von Rätseln können sie vernetztes Denken fördern und werden über kritische Kipppunkte im Klimasystem informiert.

Das Angebot richtet sich an Schülerinnen und Schüler ab der 9. Klasse, wobei kein spezielles Vorwissen erforderlich ist. Das Konzept wurde von Timo Graffe im Rahmen seiner Masterarbeit im Institut für Physik der JGU entwickelt. Eine digitale Begleitstruktur mit dem Namen „Greeny“ führt die Teilnehmenden durch das Spiel und unterstützt die didaktische Vorbereitung und Nachbereitung des Besuchs an Schulen.

Förderung und Entwicklung

Die Wilhelm und Else Heraeus-Stiftung in Hanau hat das Projekt nicht nur gefördert, sondern auch bei der Zertifizierung des Labors als außerschulischen Lernort des Pädagogischen Landesinstituts Rheinland-Pfalz unterstützt. Des Weiteren ist eine Escape Game Werkstatt für Lehramtsstudierende geplant, um eigene Themen zu entwickeln und Kompetenzen in der aktiven Vermittlung komplexer Inhalte zu stärken.

Im Kontext der Klimabildugn wird besonders betont, dass der Klimawandel und seine Auswirkungen zentrale Herausforderungen für die Gesellschaft darstellen. Die Webseite der Wilhelm und Else Heraeus-Stiftung hebt hervor, dass der Physikunterricht eine wichtige Plattform zur Vermittlung der physikalischen Grundlagen des Klimawandels bietet. Lehrerfortbildungen wurden bereits organisiert, um den Pädagogen zu helfen, effektive Unterrichtsmaterialien zu entwickeln.

Bei einer Veranstaltung in Bad Honnef im November 2025 wurden unter anderem die Einführung in das BNE-Escape-Game-Lab aus Mainz behandelt. Es gab Workshops und Vorträge zu Themen wie sozialem Wandel und politischer Dimension von Klimabildung, die von den Teilnehmenden positiv bewertet wurden.

Die Rückmeldungen der Lehrkräfte und Teilnehmer zeigen, dass der Austausch und die praxisnahe Arbeit in der Fortbildung zu einem gestärkten Verständnis für Klimabildung und neuen Motivationen führten. Besonders die Balance zwischen Input und praktischer Arbeit wurde hervorgehoben, unterstützt durch Experten wie Prof. Dr. Thomas Schubatzky von der Universität Innsbruck und Prof. Dr. Claudia Haagen-Schützenhöfer von der Universität Graz.

Insgesamt bietet das BNE Escape Game Lab auf dem Campus der JGU eine neuartige Möglichkeit, Schülerinnen und Schüler für das Thema Klimawandel zu sensibilisieren und sie aktiv in den Prozess einzubeziehen. Damit leistet es bereits einen wertvollen Beitrag zur Bildung für nachhaltige Entwicklung, der nicht nur auf den Umfang des Wissens abzielt, sondern auch die Motivation zur Handlung fördert.