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Die Debatte über Sicherheit und Umwelt ist aktueller denn je. Heute, am 24. März 2026, stehen Fragen der Nachhaltigkeit und der sozialen Resilienz im Mittelpunkt der sicherheitspolitischen Diskussionen in Deutschland und Europa. Der Wissenschaftliche Beirat der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen (WBGU) empfiehlt eine integrierte Betrachtung, die klima- und umweltpolitische Aspekte in die Sicherheitspolitik einbezieht. Prof. Dr. Sabine Schlacke von der Universität Greifswald hat an neuen Handlungsempfehlungen mitgewirkt und sieht die rechtlichen Rahmenbedingungen als entscheidend für die Vermeidung von Umweltrisiken in der Sicherheitspolitik.

Der WBGU berichtet, dass seit dem russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine vor vier Jahren ein zunehmendes Unsicherheitsgefühl in Europa spürbar ist. Die geopolitischen Spannungen zwischen den USA und Europa unterstreichen die Notwendigkeit, die europäische Verteidigungsfähigkeit unabhängiger zu stärken. Eine sicherheitspolitische Debatte, die sich ausschließlich auf militärische Aspekte konzentriert, wird als unzureichend empfunden, da sie wesentliche Risiken für natürliche Lebensgrundlagen und gesellschaftlichen Zusammenhalt ausblendet.

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Integrierte Sicherheitsansätze

Der WBGU plädiert dafür, den Begriff der „integrierten Sicherheit“ zu erweitern und zusätzliche sicherheitsrelevante Dimensionen zu berücksichtigen. Fünf Handlungsfelder wurden benannt, die für eine moderne sicherheitspolitische Strategie von zentraler Bedeutung sind:

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  1. Schutz vor Klimawandel, Biodiversitätsverlust und Verschmutzung.
  2. Förderung des sozialen Zusammenhalts für resiliente Gesellschaften.
  3. Sicherstellung der Informationsintegrität zur Stärkung der Demokratie.
  4. Bewusste Nutzung von Technologien und Rohstoffen zur Reduzierung von Abhängigkeiten.
  5. Strategische, regelbasierte und faire internationale Kooperation.

Prof. Dr. Schlacke betont, dass Sicherheit eng mit dem Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen verknüpft ist. Klima- und Umweltpolitik sind demnach integrale Bestandteile der Sicherheitspolitik. Der WBGU hat erkannt, dass internationale Umweltpolitik zentral ist und dass das Umwelt- und Klimavölkerrecht für die internationale Zusammenarbeit von großer Bedeutung ist. Prof. Schlacke untersucht, wie Rechtsinstrumente zur Bewältigung globaler Umwelt- und Klimarisiken genutzt werden können und hebt die Wichtigkeit strukturierter Verfahren sowie klarer Zuständigkeiten im Umweltrecht hervor.

Nationale Sicherheitsstrategie und internationale Kooperation

Im Kontext dieser Diskussionen hat die deutsche Bundesregierung im Juni 2023 erstmals eine Nationale Sicherheitsstrategie beschlossen. Diese basiert auf einem integrierten Sicherheitsbegriff, der drei tragende Säulen umfasst: Nachhaltigkeit, Resilienz und Wehrhaftigkeit. Sicherheit wird in dieser Strategie als umfassend betrachtet, da sie sowohl nationale als auch menschliche Aspekte einbezieht.

Die Strategie eröffnet neue Chancen und Verpflichtungen für die Umwelt- und Nachhaltigkeitspolitik angesichts geopolitischer Krisen. Akteure wie die EU und die NATO befassen sich zunehmend mit den Risiken und Wechselwirkungen zwischen Umweltveränderungen und Sicherheit. Das Forschungsprojekt „Eckpunkte des Umweltressorts in einer sich wandelnden internationalen Sicherheitspolitik“ untersucht relevante Aspekte für menschliche Sicherheit und die Umsetzung dieser Sicherheitsstrategie. Ziel ist die Entwicklung einer umweltgerechteren, nachhaltigen Sicherheitspolitik.

Die Erkenntnisse des Projekts, das von der adelphi research gemeinnützige GmbH von Oktober 2023 bis August 2026 durchgeführt wird, sollen eine kohärente Politikgestaltung fördern. Zudem geht es darum, gute und schlechte Praxisbeispiele zu erfassen, um diese Erfahrungen in zukünftige Prozesse einfließen zu lassen. Die Projektergebnisse sollen entscheidend zur Vermeidung von Konflikten beitragen, die sowohl durch Umweltbelastungen als auch durch unzureichende Umweltschutzmaßnahmen entstehen.

In der Gesamtbetrachtung wird deutlich, dass die Herausforderungen in der Sicherheitspolitik heute nicht isoliert betrachtet werden können. Sie erfordern einen integralen Ansatz, der Umwelt- und Sozialfragen in den Vordergrund rückt. Der WBGU und Prof. Dr. Schlacke leisten durch ihre Empfehlungen und Forschungsprojekte einen substantiellen Beitrag zu dieser Entwicklung, indem sie die Verzahnung von Umwelt- und Sicherheitspolitik als Schlüssel zu einer nachhaltigen Zukunft sehen.

Weitere Informationen zu dieser Thematik sind auf den Webseiten der Universität Greifswald hier und des Umweltbundesamtes hier zu finden.