Eine neue Studie des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung (UFZ) und der TU Dresden warnt vor den gravierenden Konsequenzen einer globalen Erwärmung von nur 2 Grad Celsius. Die Forschung, die im renommierten Fachmagazin Nature veröffentlicht wurde, zeigt, dass diese moderate Erhöhung signifikante Klimarisiken für verschiedene Sektoren wie Landwirtschaft, Wasserwirtschaft und die Gesundheit von Ökosystemen mit sich bringt.
Die Herausforderungen reichen von verstärkten Starkniederschlägen in dicht besiedelten Regionen bis hin zu Dürren in landwirtschaftlich wichtigen Gebieten. Auch die Brandgefahr in Wäldern nimmt unter diesen Bedingungen signifikant zu. „Die Klimamodelle weisen Unsicherheiten auf, was dramatischere Klimaentwicklungen als erwartet nicht ausschließt“, erläutern die Forscher. Daher ist es notwendig, nicht nur die häufigsten Projektionen zu betrachten, sondern auch extreme Szenarien in die Risikobewertung einzubeziehen.
Folgen einer moderaten Erwärmung
Die Studie hebt insbesondere hervor, dass die bisher angenommenen Worst-Case-Szenarien, die häufig auf einem Anstieg der Temperaturen um drei oder vier Grad basieren, möglicherweise nicht alle Risiken abdecken. Tatsächlich zeigen einige Klimamodelle, dass bei 2 Grad Erwärmung das Risiko von extremen Ereignissen wie Dürren in Anbauregionen für Mais, Weizen, Soja und Reis um mehr als 50 Prozent steigen kann. Über 10 von 42 untersuchten Klimamodellen zeigen, dass sie bei 2 Grad extremere Ergebnisse liefern als das Mittel bei 4 Grad.
Zusätzlich werden auch in den Bereichen Starkniederschläge und Feuerwetterbedingungen besorgniserregende Trends sichtbar. Die große Spannbreite der Ergebnisse verdeutlicht, wie unterschiedlich die Klimamodelle funktionieren und wie oft extreme Entwicklungen unterschätzt werden. Die Autoren machen deutlich: Eine moderate Erwärmung ist keineswegs eine Garantie für moderate Auswirkungen.
Notwendigkeit für Anpassung und Schutz
Die Ergebnisse dieser Untersuchung sollten in zukünftige Bewertungen von Klimarisiken und die Planung von Anpassungsmaßnahmen einfließen. Es besteht ein dringender Bedarf an ambitionierten Klimaschutzmaßnahmen, um die globale Erwärmung unter 2 Grad zu halten. Dies wird nicht nur für die Zukunft des Planeten essenziell sein, sondern auch für die Realisierung einer stabilen und gesunden Umwelt über die kommenden Jahrzehnte.
Die Klimawirkungs- und Risikoanalyse (KWRA) für Deutschland, die alle sechs Jahre herausgegeben wird, untermauert diese Befunde. Die Ergebnisse der letzten Analyse, veröffentlicht Mitte 2021, drehten sich um mehr als 100 Auswirkungen des Klimawandels in Deutschland, die unterschiedlich stark sein werden. Laut der Webseite des Umweltbundesamtes sind vor allem die Regionen im Westen und Süden Deutschlands sehr anfällig für die schweren Auswirkungen des Klimawandels.
Die Analyse beschreibt zudem zwei Szenarien bis zum Jahr 2100: Das pessimistische Szenario geht von einem globalen Temperaturanstieg um 3 Grad Celsius bis zur Mitte des Jahrhunderts aus, während das optimistische Szenario einen Anstieg um 2 Grad prognostiziert. Beide Szenarien zeigen, dass alle Lebewesen und Systeme in Deutschland vom Klimawandel betroffen sind, jedoch ist die Intensität der Auswirkungen regional sehr unterschiedlich.
Im Kontext dieser Forschung wird deutlich, dass es höchste Zeit ist, das Bewusstsein für die Risiken einer moderaten globalen Erwärmung zu schärfen und umfassende Maßnahmen zugunsten unseres Klimas zu ergreifen.



