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Wissenschaftler der Technischen Universität Dresden und des Bundesamts für Kartographie und Geodäsie (BKG) haben im März 2026 eine bedeutende vierwöchige Messkampagne in südlichem Patagonien, Argentinien, abgeschlossen. Diese Forschungsinitiative konzentriert sich darauf, das Schrumpfen der Eismassen im südlichen Patagonischen Eisfeld zu untersuchen, welches die größten Eismassen der südlichen Hemisphäre außerhalb der Antarktis beherbergt. Das Projekt wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert und stellt die dritte Messkampagne seit 2020 dar.

Die Messdaten wurden über den östlichen Rand des südlichen Patagonischen Eisfelds bis hin zur Atlantikküste erhoben. Die zentrale Methode zur Datensammlung ist die Absolutgravimetrie, die es erlaubt, kleinste Schwereänderungen präzise zu messen. Zu den beteiligten Wissenschaftlern gehören André Gebauer, Erik Brachmann (BKG Leipzig), Benjamin Göbel (TU Dresden) sowie Partner aus Argentinien, unter ihnen Alfredo Pasquare (AGGO) und Andreas Richter (Universidad Nacional de La Plata und TU Dresden). Ein Film dokumentiert die Feldarbeiten.

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Geophysikalische Messungen und Ergebnisse

Die Anwendung des Absolutgravimeters vom Typ FG-5 ermöglicht die exakte Erfassung von Schwerebeschleunigungen. Innerhalb dieses Projekts werden Schwereänderungen über einen Zeitraum von sechs Jahren an insgesamt acht Punkten gemessen. Diese Daten werden mit Höhenänderungen mithilfe von GNSS in Relation gesetzt. Ziel ist es, die geowissenschaftliche Situation im Gebiet des südlichen Patagonischen Eisfelds besser zu verstehen und die Reaktionen des Eisfelds auf die Veränderungen des Klimas und die Wechselwirkungen mit der festen Erde zu untersuchen.

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Die Analyse der Messdaten aus den Jahren 2020, 2022 und 2026 soll dazu beitragen, das Verständnis für die dynamischen Prozesse in der region und deren Reaktionen auf die fortschreitenden Klimaänderungen zu vertiefen. Laut dem BKG ist das Institut ein zentraler Dienstleister des Bundes für Geoinformation und geodätische Referenzsysteme. Frühere Untersuchungen in der Region zeigen, dass sich die Erdkruste aufgrund der Veränderungen der Eismassen in der Region außergewöhnlich hoch angehoben hat.

Die Auswirkungen des Klimawandels auf die Gletscher

Die Folgen des Klimawandels sind nicht nur in den Forschungsdaten zu sehen, sondern auch direkt vor Ort. Andrea Carretta, ein Ranger am Exploradores-Gletscher im Nationalpark Laguna San Rafael, misst den Schwund seines Gletschers, der etwa einen Meter pro Jahr beträgt. Er erklärt, dass der Rückgang der Gletscher durch den Temperaturanstieg, der mit der Zunahme von Kohlenstoffemissionen in den letzten 50 Jahren korreliert, verursacht wird. Carretta fordert Touristen auf, Fotos vom Gletscher zu machen und in fünf Jahren zurückzukehren, um die Veränderungen zu dokumentieren.

Patagonien, bekannt für seine atemberaubende und unberührte Natur, erstreckt sich über 1250 Kilometer entlang der Carretera Austral. Die Region beherbergt über 17.300 Gletscher, die Relikte des Patagonischen Eisschilds sind, der vor etwa 28.000 Jahren seinen maximalen Umfang erreichte. Jorge O’Kuinghttons Villena, leitender Glaziologe der chilenischen Regierung, beschreibt Gletscher als „Thermometer der Natur“ und warnt vor den Gefahren des Gletscherrückzugs, die nicht nur die Umwelt, sondern auch das Leben der Menschen bedrohen können.

Das Projekt „Gravimetrische Bestimmung der Reaktion der festen Erde auf Eismassenänderungen in Süd-Patagonien“ (GravPatagonia) ist von entscheidender Bedeutung, um die historischen Veränderungen der patagonischen Vereisung zu verstehen und die aktuellen klimatischen Veränderungen sowie deren Auswirkungen auf die Eisbedeckung abzuschätzen. Mit den Erkenntnissen dieser umfassenden Studien erwarten die Wissenschaftler, wichtige Informationen zur Zukunft des Eises und zur Stabilität der Region zu gewinnen.

Für weitere Informationen über die aktuelle Forschung in Patagonien besuchen Sie die Seiten der Technischen Universität Dresden, des Bundesamts für Kartographie und Geodäsie, sowie von National Geographic.