Ein innovatives Qualifizierungsprojekt unter der Leitung der AOK Rheinland/Hamburg und der Deutschen Sporthochschule Köln hat sich zum Ziel gesetzt, Jugendliche aus sozial benachteiligten Stadtteilen zu Bewegungscoaches auszubilden. Dieses Projekt fördert die Entwicklung niederschwelliger Bewegungsangebote, die direkt in der Lebenswelt der betroffenen Zielgruppe ansetzen.
Der Ansatz dieses Projekts ist besonders wegweisend, da er auf einem Peer-to-Peer-Modell basiert. Ziel ist es, die Gesundheitsförderung in den Kommunen zu unterstützen, indem die ausgebildeten Coaches eigenverantwortlich Sport- und Bewegungsangebote für Gleichaltrige planen und durchführen. Dabei legt die Ausbildung einen starken Fokus auf Bewegungsförderung, Gesundheitskompetenz und persönliche Weiterentwicklung der Teilnehmenden.
Kurzübersicht des Projektes
- Projektlaufzeit: November 2022 bis Juni 2025, in drei Durchläufen in Köln.
- Erster Durchlauf: April 2023 mit acht Teilnehmenden (Alter 16-22 Jahre), fünf schlossen die theoretische Ausbildung ab.
- Zweiter Durchlauf: April 2024, sechs Teilnehmende, darunter auch pädagogische Fachkräfte.
- Dritter Durchlauf: November-Dezember 2024, sechs Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe II, drei erhielten das Zertifikat.
- Positive Bewertungen seitens der Teilnehmenden hinsichtlich ihrer Kompetenzgewinne (Durchschnitt 4,6 Punkte auf einer Skala von 1 bis 5).
Die Qualifizierung orientiert sich an der Ausbildung von Sporthelfern des Landessportbundes NRW und wird speziell auf die Bedürfnisse von Jugendzentren und Schulen in benachteiligten Vierteln angepasst. Die Teilnehmenden erhalten theoretische Grundlagen zu gesundheitlichen Effekten, Bewegungsempfehlungen, didaktischen Kompetenzen und Kommunikationsstrategien. Im Rahmen der Praxisphase haben sie die Möglichkeit, bei erfahrenen Übungsleitungen zu hospitieren und eine eigene Bewegungseinheit zu betreuen.
Herausforderungen und Lösungsansätze
Trotz der bisherigen Erfolge traten im Rahmen des Projektes auch Herausforderungen auf, insbesondere bei der Durchführung der Hospitationen. Um diesen Schwierigkeiten entgegenzuwirken, wurde ein Buddy-System implementiert, das den Teilnehmenden bei der Organisation der Hospitationen unterstützte. Zudem wurde die Anzahl der Hospitationen von ursprünglich acht auf vier reduziert, um den Teilnehmern entgegenzukommen.
Die enge Betreuung durch Ansprechpersonen in Jugendzentren und Schulen hat sich als entscheidender Erfolgsfaktor für das Projekt erwiesen. Zukünftige Durchläufe sollen durch eine stärkere Einbindung pädagogischer Fachkräfte und eine flexible Gestaltung der Praxisphase weiter optimiert werden.
Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass das Projekt nicht nur die Lebensqualität der Teilnehmenden erhöht, sondern auch zur nachhaltigen Gesundheitsförderung in sozial benachteiligten Quartieren beiträgt. Diese Initiative weckt nicht nur das Interesse an Sport und Bewegung, sondern trägt auch zur Verringerung gesundheitlicher Ungleichheiten in der Gesellschaft bei. Weitere Informationen finden Sie in dem Bericht des Bundesgesundheitsministeriums.



