Am 25. Februar 2026 wurde bekannt gegeben, dass Prof. Dr. Irena Kogan, eine angesehene Soziologin an der Universität Mannheim, mit dem Landesforschungspreis Baden-Württemberg 2026 ausgezeichnet wird. Dies ist eine bedeutende Ehrung, da der Preis mit 50.000 Euro dotiert ist und die Verleihung am 11. Juni 2026 in Stuttgart stattfinden wird, unter dem Beisein von Wissenschaftsministerin Petra Olschowski. Kogan, die seit Oktober 2009 den Lehrstuhl für Soziologie und Gesellschaftsvergleich innehat, hat mit ihren Forschungsarbeiten in den Bereichen soziale Ungleichheit, Migration und Ethnizität sowie den Übergängen von Schule zu Beruf maßgeblich zur Wissenschaft beigetragen.

Bereits in ihrer Promotion im Jahr 2006 an der Universität Mannheim, die sie mit einer Summa-cum-laude-Arbeit zur Arbeitsmarktintegration von Migrant*innen abschloss, stellte sie die Relevanz dieser Themen unter Beweis. Kogan ist nicht nur aktiv in der Forschung, sondern leitet auch das Projekt „Partnerschaftsbildung von Geflüchteten in Deutschland“ (PARFORM), das vom Europäischen Forschungsrat gefördert wird. Zudem ist sie für den deutschen Teil des internationalen Langzeitprojekts CILS4EU verantwortlich, das sich mit der Entwicklung von Kindern mit Migrationshintergrund beschäftigt.

Herausforderungen im Bildungssystem

Die jüngsten PISA-Daten verdeutlichen das bestehende Ungleichgewicht im deutschen Bildungssystem, insbesondere für Kinder mit Migrationshintergrund. Diese Kinder sind seltener in Kindertagesstätten (Kitas) vertreten und tendieren dazu, häufiger Hauptschulen zu besuchen, während sie an Gymnasien unterrepräsentiert sind. Dies führt dazu, dass ihre schulischen Kompetenzen oft hinter denen von Mitschülern ohne Migrationshintergrund zurückbleiben. Obwohl Fortschritte in der Verringerung dieser Unterschiede bemerkbar sind, zeigen die neuesten Statistiken eine wachsende Kluft.

Besonders alarmierend ist, dass im Bundesdurchschnitt etwa 42,3 Prozent der schulpflichtigen Kinder in Deutschland eine Zuwanderungsgeschichte aufweisen. Diese hohe Zahl verdeutlicht die Dringlichkeit, die Bildungsbeteiligung zu verbessern und die pandemiebedingten Nachteile, die viele Schülerinnen und Schüler erfahren haben, auszugleichen. Die Integration von vermehrt ankommenden Schutzsuchenden im Bildungssystem stellt Bildungseinrichtungen vor zusätzliche Herausforderungen, deren erfolgreiche Bewältigung ungewiss bleibt.

Ein wichtiger Beitrag zur Bildungsgerechtigkeit

Kogan, die auch kürzlich in das Herausgebergremium der Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie berufen wurde, hat sich in ihren Projekten stets mit den ungleichen Bildungschancen auseinandergesetzt. Sie sieht die Bildungsbeteiligung, besonders von Kindern mit Migrationshintergrund, als ein zentrales Element für die gesellschaftliche Integration und die Chancengleichheit. Ihre Forschung zielt darauf ab, die Ursachen für diese Ungleichheiten zu identifizieren und Lösungsvorschläge zu entwickeln.

Die Brisanz ihrer Forschung wird durch den Kontext unterstrichen, dass familiäre Ressourcen und die Förderungen in Kitas und Schulen stark die Bildungslaufbahnen dieser Kinder beeinflussen. Kogan und ihre Kollegen arbeiten daran, Ansätze zu finden, um diese ungünstigen Bedingungen zu verbessern und somit einen Beitrag zur Bildungsgerechtigkeit in Deutschland zu leisten. Die Auszeichnung mit dem Landesforschungspreis ist nicht nur eine Anerkennung ihrer bisherigen Leistungen, sondern auch ein Ansporn, ihre Forschung fortzuführen und die dringend benötigten Lösungen zu entwickeln.

Weitere Informationen zu den ungleichen Bildungschancen sind in den Berichten des SVR zu finden. SRV Migration hat umfassende Analysen zu diesen Themen veröffentlicht, die eine wertvolle Ressource für weitere Studien darstellen.

Insgesamt verdeutlicht die Kombination aus Kogan’s Arbeiten und den aktuellen Bildungstrends, dass Bildungsgerechtigkeit weiterhin ein zentrales gesellschaftliches Anliegen bleibt, dem mit Forschung und gezielten Maßnahmen begegnet werden muss.