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Vom 26. bis 28. Februar 2026 fand in Freiburg im Breisgau die XXVIII. Auflage der Jornadas Hispánicas statt, die als größte nationale Fachtagung zum Spanischen als Fremdsprache gilt. Organisiert von der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, der Pädagogischen Hochschule Freiburg, der School of Education FACE und dem Deutschen Spanischlehrkräfteverband, befasste sich die Tagung unter dem Leitthema „UMBRALES. Polifonías, pluricentrismo y post-digitalidad“ mit aktuellen Entwicklungen und Herausforderungen im Bereich des Spanischunterrichts.

Ein bedeutender Bestandteil des Kongresses war die von Jun.-Prof. Dr. Yolanda López García und Dr. Ana Troncoso Salazar von der TU Chemnitz koordinierte Sektion zu dekolonialen Perspektiven. Diese Sektion mit dem Titel „Dekoloniale Perspektiven in der Vermittlung hispanoamerikanischer kultureller Dynamiken“ hatte das Ziel, post- und dekoloniale Ansätze in die Lehre zu integrieren. Dabei wurde die Notwendigkeit betont, gesellschaftliche Transformationsprozesse und marginalisierte Stimmen im Unterricht zu berücksichtigen.

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Interdisziplinäres Forum für Austausch

Über acht Beiträge aus verschiedenen institutionellen und schulischen Kontexten wurden vorgestellt, in denen Themen wie dekoloniale Ansätze, Repräsentation in Lehrmaterialien und die Einbindung pluraler Stimmen behandelt wurden. Die Tagung zielte darauf ab, eine Verbindung zwischen Forschung und Lehre an der TU Chemnitz zu stärken und die Curricula sowie Lehrpraktiken zu transformieren, um die vielfältigen Kontexte der hispanoamerikanischen Kulturen zu reflektieren.

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Ein wichtiger Aspekt war auch der interdisziplinäre Ansatz, der sowohl postkoloniale als auch intersektionale Theorien berücksichtigt. Es wurde über die „tiefe Mediatization“ diskutiert, die die Verbindung zwischen den „online“ und „offline“ Welten thematisiert. Diese Überlegungen sind besonders relevant in einer Zeit, in der neue Technologien und digitale Medien zunehmend in den Bildungsraum Einzug halten. Der Einsatz von Film und audiovisuellen Medien soll dazu dienen, soziale Realitäten und kulturelle Prozesse zu reflektieren sowie interkulturelle Dialogräume zu schaffen.

Kulturelles Rahmenprogramm und Reflexion

Zusätzlich gab es ein kulturelles Rahmenprogramm, das unter anderem eine Gesprächsrunde mit der chilenischen Schriftstellerin Nona Fernández beinhaltete. Diese Veranstaltung konzentrierte sich auf Themen der Erinnerung und Vergangenheitsbewältigung, was einen bedeutenden Beitrag zur Diskussion über kollektive Identitäten und kulturelle Dynamiken leistete.

Im internationalen Kontext wird die Rolle des Spanischen, das heute mehrheitlich in Lateinamerika und den USA gesprochen wird, zunehmend wichtig. Dies verdeutlicht auch der bevorstehende achte „Kongress der spanischen Sprache“, der in Córdoba, Argentinien, stattfindet. José Luís Moure, Präsident der argentinischen Akademie der Geisteswissenschaften, hebt die Bedeutung der gemeinsamen Sprache für die 23 nationen hervor, während literarische Stimmen wie die von Mario Vargas Llosa betonen, dass die Sprache von ihren Sprechenden geprägt wird und nicht von akademischen Institutionen.

In Anbetracht der aktuellen Entwicklungen sind die Herausforderungen und Chancen der Post-Digitalität in der Sprach- und Kulturvermittlung besonders relevant. Es zeigt sich ein klarer Trend hin zur Anerkennung der Vielfalt der Spanisch sprechenden Gemeinschaften, was sich auch im Rahmen der Jornadas Hispánicas widerspiegelt. Die Zusammenführung von praktischen Ansätzen mit theoretischen Reflexionen trägt dazu bei, dass der Spanischunterricht nicht nur als Sprachvermittlung, sondern als Teil einer breiteren gesellschaftlichen Transformation verstanden wird.