Das Comprehensive Cancer Center Niedersachsen (CCC-N) hat ein neues Programm ins Leben gerufen, das den Namen „StudienHelfer“ trägt. Ziel ist es, ehemalige Krebspatientinnen und -patienten aktiv in die Krebsforschung einzubinden. Ab sofort können Betroffene ihre Erfahrungen und erlebten Herausforderungen einbringen, um klinische Studien gezielt zu verbessern und die Patientenbeteiligung zu erhöhen. Die Anmeldung zum Programm ist bis zum 10. April 2026 möglich, wobei die Teilnahme kostenfrei ist.
Gemäß dem Robert-Koch-Institut erkranken in Deutschland jährlich über eine halbe Million Menschen neu an Krebs. Trotz der hohen Zahl potenzieller Teilnehmender ist die Bereitschaft, an klinischen Studien teilzunehmen, oft gering. Wichtige Gründe sind fehlende Informationen und Unsicherheiten, die viele Betroffene davon abhalten, sich aktiv zu beteiligen. Das Programm des CCC-N beabsichtigt, dieses Problem anzugehen und positive Einblicke in den Ablauf von klinischen Studien zu vermitteln.
Struktur des Programms
Das „StudienHelfer“-Programm hat eine Kursdauer von etwa zwei Monaten und findet überwiegend online statt, ergänzt durch zwei Präsenztermine in Hannover und Göttingen. Die Teilnehmenden werden nicht nur über klinische Studien informiert, sondern helfen auch anderen Betroffenen und bringen ihre Perspektiven in die Planung von Studien ein. Zu den vermittelten Inhalten gehören unter anderem die Grundlagen zu klinischen Studien, verschiedene Studiendesigns und die Patientensicherheit sowie relevante ethische und rechtliche Rahmenbedingungen.
Darüber hinaus erhalten die Teilnehmenden Einblicke in die Entscheidungsprozesse von Studienteilnehmenden und die praktischen Aspekte der Studienentwicklung. Diese Bildung ist ein entscheidender Schritt zur Stärkung der Rolle der Patienten in der Krebsforschung.
Krebsforschung in Deutschland
Die Krebsforschung in Deutschland wird durch eine Vielzahl von Institutionen und Organisationen gefördert. Das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) spielt eine zentrale Rolle und arbeitet seit über 50 Jahren an der Weiterentwicklung von Therapien und der Verbesserung bestehender Behandlungen. Forschung findet nicht nur an Universitäten statt, sondern auch in großen Krankenhäusern und von außeruniversitären Einrichtungen wie der Helmholtz-Gemeinschaft und der Max-Planck-Gesellschaft.
Finanzierung erfolgt durch Bund und Länder sowie über das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt und das Bundesministerium für Gesundheit. Ein jüngstes Beispiel für die Förderung der Patientenbeteiligung in der Krebsforschung ist die „Nationale Dekade gegen Krebs“ (NDK), die 2019 startete und durch eine umfassende Strategie die Heilungschancen und Lebensqualität von Krebspatienten verbessern soll.
Ein bemerkenswerter Aspekt der aktuellen Forschung ist, dass bis 2030 ein Anstieg der Krebsneuerkrankungen um etwa 23 % prognostiziert wird. Dies wird unter anderem auf eine wachsende, alternde Gesellschaft sowie ungesunde Lebensweisen zurückgeführt. Trotz dieser Herausforderungen gibt es Fortschritte bei den Heilungschancen, die vor allem durch innovative Behandlungsmethoden und bessere Früherkennung erreicht werden.
Insgesamt zeigt sich, dass die aktive Einbeziehung von Patientinnen und Patienten in die Forschung nicht nur deren persönliche Erfahrungen wertvoll macht, sondern auch dazu beitragen kann, die Krebsforschung in Deutschland weiter voranzubringen.



