Die Gesellschaften stehen zunehmend vor der Herausforderung, mehrere überlappende Krisen zu bewältigen, die das wirtschaftliche Wohlergehen, die psychische Gesundheit der Bürger*innen sowie die demokratische Stabilität gefährden. Diese Krisen haben weitreichende Folgen, darunter eine gesellschaftliche Spaltung und das Erstarken extremer Gruppen, was die Notwendigkeit zur Stärkung der gesellschaftlichen Resilienz hervorhebt. Die Resilienz – die Fähigkeit einer Gesellschaft, auf Krisen zu reagieren und sich von ihnen zu erholen – wird zum entscheidenden Thema einer öffentlichen Podiumsdiskussion an der Universität Mannheim.

Das Event mit dem Titel „Ständig im Krisenmodus? Wie wir als Gemeinschaft Krisen bewältigen“ findet am Mittwoch, den 11. März 2026, von 17:30 bis 19:00 Uhr in der Aula des Schlosses der Universität Mannheim statt. Die Diskussion wird von Prof. Dr. Corina Aguilar-Raab aus dem Fachbereich Klinische Psychologie moderiert. Auf dem Podium sitzen Experten unterschiedlicher Disziplinen: Prof. Dr. Carmela Aprea (Betriebswirtschaftslehre), Prof. Dr. Sarah Geber (Medien- und Kommunikationswissenschaft), Prof. Dr. Marc Helbling (Soziologie) und Prof. Dr. Valentin Lang (Politikwissenschaft) werden ihre Sichtweise zur Krisenbewältigung einbringen.

Die Rolle von Resilienz

In Zeiten zunehmenden Drucks ist Resilienz entscheidend. Die Corona-Pandemie hat die Wichtigkeit von Anpassungsfähigkeit und Solidarität verdeutlicht. Solidaritätsbekundungen, wie das Klatschen für Pflegekräfte, trugen dazu bei, das Gemeinschaftsgefühl zu stärken und solidarische Nachbarschaftshilfen hervorzubringen. Anders als starre Eigenschaften, kann Resilienz entwickelt werden, was durch ein verlässliches soziales Umfeld und ausreichende Ressourcen erleichtert wird.

Forschungen zeigen, dass verlässliche Bezugspersonen in der Kindheit ein Grundvertrauen fördern, welches auf individueller Ebene zur Resilienz beiträgt. Das Engagement in gemeinschaftlichen Aktionen hat sich als essentiell für die Krisenbewältigung herausgestellt. Diese Erkenntnisse stehen im Kontrast zu den Herausforderungen, vor denen viele Gesellschaften heute stehen, wo bereits eine spürbare Spaltung und ein gefährdeter demokratischer Diskurs vorliegen.

Krisenbewältigung und gesellschaftlicher Zusammenhalt

Insbesondere während der Corona-Pandemie litten verschiedene Bevölkerungsgruppen, darunter Kinder, Eltern und Bewohner von Seniorenheimen, unter erhöhtem Stress und psychischen Erkrankungen, was die Relevanz von Hilfssystemen verdeutlicht. Doch oft waren diese Systeme nur eingeschränkt verfügbar. Resiliente Menschen konnten sich jedoch anpassen und Wege finden, den Alltag fortzusetzen, ohne die Krise vernachlässigen zu müssen.

Die Podiumsdiskussion wird eine Plattform bieten, um darüber zu reflektieren, wie gesellschaftlicher Zusammenhalt in Krisensituationen gestärkt werden kann. Die Stimmen der Experten sind gefordert, um konkrete Ansätze für die Bewältigung der anhaltenden Krisen aufzuzeigen und Wege zu beschreiben, wie Resilienz gefördert werden kann. Die Diskussion könnte weitreichende Einsichten für die Zukunft bieten und das Bewusstsein für gesellschaftliche Herausforderungen schärfen.

Für weitere Informationen ist Dr. Maartje Koschorreck, Pressesprecherin der Universität Mannheim, erreichbar unter koschorreck@uni-mannheim.de oder telefonisch unter +49 621 181-1080. Wie uni-mannheim.de und uni-heute.de berichten, ist das Thema mehr als aktuell, da viele Gesellschaften sich tatsächlich in einem schleichenden Krisenmodus befinden.

Zusätzlich wird auf die tiefere gesellschaftliche Dimension der Resilienz verwiesen, wie sie aok.de thematisiert, und die Bedeutung gemeinschaftlichen Handelns in Krisenzeiten betont. Das Engagement in Nachbarschaftshilfen zeigt, wie durch Solidarität und Unterstützung das Gemeinschaftsgefühl gestärkt werden kann.