Am 14. Februar 2026 wurden die Förderpreise für künstlerische Forschung an der Filmuniversität Babelsberg Konrad Wolf verliehen. Diese Auszeichnung, die kreative Projekte in der filmischen Forschung würdigt, steht im Zeichen der Unterstützung innovativer Ansätze und gesellschaftlicher Herausforderungen. Die Filmuniversität berichtet, dass insgesamt sechs herausragende Talente ausgezeichnet wurden.

Unter den preistragenden Studierenden befinden sich Florencia Almirón (Promovendin im wissenschaftlich-künstlerischen Programm), Yewon Seo (MA Regie), Dan Gatzmaga (MA Montage), Tizian Erlemann (MA Szenografie), Kaya Kunert (BA Szenografie) und Leah Meinhof (BA Regie). Für die Dauer von 12 Monaten erhalten die Preisträger nicht nur finanzielle Unterstützung, sondern auch Begleitung für ihre Forschungsprojekte.

Neue Ansätze in der künstlerischen Forschung

Besonders hervorgehoben wurde in diesem Jahr ein Zusatzpreis für das beste Auswertungs- und Präsentationskonzept, der an das Projekt „Fragmente der Freiheit“ ging. Dieses Projekt wurde von Leah Meinhof und Kaya Kunert ins Leben gerufen und thematisiert die Zwangslage von Frauen zwischen kultureller Tradition und persönlicher Freiheit. Die Filmuniversität erläutert, dass das Projekt einen immersiven Raum erschafft, der Musik, Fotografie, Film und Interviews kombiniert, um die Folgen von weiblicher Genitalverstümmelung sichtbar zu machen.

Ein weiteres ausgezeichnetes Projekt ist „In absentia“ von Dan Gatzmaga, das die digitale Repräsentation der Erde sowie die Abwesenheit von Menschen im simulierten Raum untersucht. Damit wird das Spannungsverhältnis zwischen physischer und virtueller Welt beleuchtet. Florencia Almirón wiederum präsentiert in „Fractured Earth“ eine dreikanalige Videoinstallation, die das Konzept der Diffraktion nutzt, um Spannungen zwischen Arbeit, Ökologie und ländlicher Prekarität zu thematisieren.

Vielfältige Forschungsprojekte und Ausstellungen

Yewon Seo beschäftigt sich in ihrem Projekt „Der Körper, der sich erinnert – Bewegung als Archiv biopolitischer Kontrolle“ mit der Manifestation staatlicher Macht in Körperbewegungen. Sie entwickelt choreografische Settings und ein bewegungsarchiv, das diese Thematik erforscht. Auch Tizian Erlemann setzt sich mit Bewegung auseinander: Sein Projekt „Der Pantograf in 3D: Bewegung im Raum“ zielt darauf ab, ein Instrument zu entwickeln, das Bewegungen maßstabsgetreu überträgt, um die experimentelle Erforschung von Bewegung, Form, Raum und Zeit zu ermöglichen.

Die festliche Verleihung umfasste zudem die Ausstellung der künstlerischen Forschungsprojekte aus dem letzten Förderjahr. Diese fand in zwei Kinos, einem Tonstudio und im Atrium der Filmuniversität statt. Zu den gezeigten Arbeiten gehörten „Divided Island: Elephantine“ von Anna Beek, Honorata Szulakowska, Nora Beyer und Dina El-Zeneiny sowie „Von Likes und Lügen: Die digitale Macht der AFD“ von João Prado, Jacky Lai und Anton Buzal. Auch „Tropical Depression“ von Alexander Walmsley und „Arctic Symphony“ von Sebastian Sánchez wurden präsentiert.

Den Abschluss des Abends bildete eine Lesung von Hans Neubauer gefolgt von einem Neujahrsempfang, bei dem die Teilnehmer mit Wein und Ginger Ale anstoßen konnten. Die Förderpreise wurden von Prof. Dr. Susanne Stürmer, der Präsidentin der Filmuniversität, gestiftet. Das Ziel dieser Auszeichnung ist es, Projekte zu unterstützen, die filmisches Erzählen herausfordern und aktuelle gesellschaftliche Themen aufgreifen.