Dr. Eirliani Abdul Rahman, eine bedeutende Forscherin aus Singapur, hat neulich einen Meilenstein in ihrer Karriere erreicht. Mit ihrer Expertise im Bereich der Online-Sicherheit und digitalen Belästigung sowie ihrer Erfahrung im Kampf gegen Kinderhandel und sexuellen Missbrauch wird sie ab sofort am Mannheimer Zentrum für Europäische Sozialforschung (MZES) tätig sein. Ihr Forschungsprojekt, das auf eine Förderung der Baden-Württemberg Stiftung zurückgeht, verfolgt das ehrgeizige Ziel, ein KI-gestütztes Tool zur Bekämpfung von Kinderhandel in Indien zu entwickeln. Diese Nachricht ist umso bemerkenswerter, da Dr. Abdul Rahman in der Forschungsgemeinschaft bereits Aufmerksamkeit erregte, als sie 2022 aus dem Trust and Safety Council von Twitter zurücktrat, um gegen den Anstieg von Hassrede nach der Übernahme durch Elon Musk zu protestieren, wie uni-mannheim.de berichtet.
Dr. Abdul Rahman absolvierte vor ihrer Rückkehr nach Deutschland ein Promotionsprogramm im Bereich Public Health an der Harvard University. Um ihre Forschung an das MZES zu bringen, bewarb sie sich im Januar 2025 um Fördermittel, die ihr nun den Aufenthalt für drei Jahre, mit der Möglichkeit einer Verlängerung um weitere drei Jahre, gesichert haben. Ihr Projekt nutzt KI, um Muster des Kinderhandels zu identifizieren. Auch der aktuelle Kriminalitätsbericht der indischen Regierung macht auf die Dringlichkeit dieses Themas aufmerksam: 2023 wurden dort 82.000 Kinder entführt.
Interdisziplinäre Ansätze zur Bekämpfung von Kinderhandel
Ein zentrales Element von Dr. Abdul Rahmans Arbeit ist die Entwicklung einer skalierbaren Plattform zur prädiktiven Analyse von Kinderhandel, die unter anderem Heatmaps erstellt. Die ersten Tests dieses innovativen Ansatzes erfolgen im indischen Bundesstaat Odisha. Diese Initiative ist besonders wichtig, da sie nicht nur mit theoretischen Konzepten arbeitet, sondern auch direkt mit den Gemeinschaften zusammenarbeiten möchte, die am stärksten von diesem Verbrechen betroffen sind.
Zusätzlich zur Forschung am MZES ist Dr. Abdul Rahman Mitbegründerin des Global Research Technology Lab (GRTL), das im Februar 2026 ins Leben gerufen wurde. Dieses interdisziplinäre Netzwerk hat sich zum Ziel gesetzt, verantwortungsvolle Technologien zu entwickeln, die vulnerablen Gruppen Schutz bieten. Der Fokus liegt auf der Schnittstelle von KI, Datenwissenschaft, Governance und Ethik. Wie sowi.uni-mannheim.de berichtet, verfolgt GRTL einen partizipativen, community-zentrierten Ansatz, um Perspektiven aus Afrika, Asien, Lateinamerika und dem Nahen Osten einzubeziehen.
- Erstes Projekt: „TRAPP“ – eine KI-gestützte Plattform zur Prävention von Kinderhandel in Indien.
- Förderung durch die Baden-Württemberg Stiftung.
Dr. Abdul Rahman bringt in diese Projekte nicht nur ihre jahrelange Erfahrung aus der Zusammenarbeit mit Kailash Satyarthi in Indien mit, sondern auch ihre wertvollen Einblicke aus ihrer Zeit im diplomatischen Dienst Singapurs sowie ihre akademische Laufbahn, die sie nach ihrer Promotion als Research Affiliate am Minderoo Centre for Technology and Democracy und als Senior Fellow an der Georgetown University fortsetzte.
Die verschiedenen Facetten ihrer Arbeit und Erfahrungen tragen entscheidend dazu bei, innovative Lösungen zu entwickeln, die sowohl technologisch als auch ethisch tragfähig sind und somit einen nachhaltigen Einfluss auf den Kampf gegen Kinderhandel haben können.



