Eine aktuelle Studie des Ludwig-Franzius-Instituts für Wasserbau, Ästuar- und Küsteningenieurwesen (LuFI) der Leibniz Universität Hannover hat Aufschluss über den Einfluss von Pflanzen auf die Widerstandsfähigkeit von Deichen gegenüber Klimawandel und Extremwetterereignissen gegeben. Laut uni-hannover.de wurde dazu eine Feldstudie an der niedersächsischen Nordseeküste, speziell im Langwarder Groden in Butjadingen, durchgeführt.
In dieser umfangreichen Untersuchung testeten Forscher zwei verschiedene Saatmischungen auf einem Sommerdeich. Dabei wurden die Pflanzengesellschaften und die Bodeneigenschaften analysiert. Die Ergebnisse zeigten einen bemerkenswerten Unterschied in der Wirkung zwischen kräuterdominierter und gräserdominierter Vegetation.
Pflanzen als Schutzmechanismus
Die Studie legt dar, dass eine kräuterreiche Vegetation in der Lage ist, Feuchtigkeit effektiver zu speichern und Temperaturschwankungen zu mildern. Dies führt dazu, dass Austrocknungen und Risse in der Kleidecke des Deichs wirkungsvoll verhindert werden können. Die Recherche beschreibt zudem, dass die Zeitplanung der Mahd eine entscheidende Rolle für die Bodengesundheit spielt.
Die vorliegenden Ergebnisse belegen, dass die funktionale Diversität der Grasnarbe die Widerstandsfähigkeit von Deichen erheblich stärkt. Diese Erkenntnisse bieten wertvolle Ansätze für ein ökologisches Deichmanagement, das die Notwendigkeit eines nachhaltig orientierten Küstenschutzes unterstreicht.
Ein transdisziplinärer Forschungsansatz
Die Studie ist Teil des Forschungsprojekts „Gute Küste Niedersachsen“, das im Zeitraum von 2020 bis 2025 durchgeführt wird. Dieses Projekt wird sowohl vom Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur als auch von der Volkswagen-Stiftung gefördert. Ziel des Projekts ist es, nachhaltige und sicherheitsorientierte Lösungen für den Küstenschutz zu entwickeln, die auf naturbasierten Ansätzen basieren.
Besonders hervorzuheben ist der transdisziplinäre Ansatz des Projektes, der physikalische Modellierung, ökologische Bewertungen und gesellschaftliche Partizipation miteinander verbindet. Die Ergebnisse dieser wichtigen Forschungsarbeit wurden in der Fachzeitschrift PLOS ONE veröffentlicht: Schoenebeck et al. (2026).
Für weitere Informationen steht Jan-Michael Schönebeck, erreichbar unter schoenebeck@lufi.uni-hannover.de, zur Verfügung. Der Abschlussbericht des Projektes ist ebenfalls verfügbar.