Luisa Rath-John, Absolventin des Masterprogramms „Literaturwissenschaft: Ästhetik – Literatur – Philosophie“ an der Viadrina, hat sich in der internationalen Berufswelt einen Namen gemacht. Heute leitet sie das Goethe-Institut in Los Angeles, wo sie sowohl kulturelle als auch soziale Herausforderungen meistert.
Ihr Weg führte sie nach einem Auslandsjahr in Südafrika, wo sie das Verlangen entdeckte, in anderen Ländern zu leben. Mit einem Volontariat beim Goethe-Institut in München begann Rath-John ihren Einstieg in die internationale Szene und sammelte anschließend Erfahrungen in Tel Aviv und Prag.
Leitung des Goethe-Instituts in Los Angeles
Nach einer privaten Auszeit mit ihrem Mann aus Südafrika und ihrem zweieinhalbjährigen Sohn übernahm Rath-John die Leitung des Goethe-Instituts in einer Stadt, die mit einer Vielzahl von Herausforderungen konfrontiert ist. Besonders die verheerenden Feuer in L.A. im Januar 2025 sowie die politischen Spannungen unter der zweiten Amtszeit von Donald Trump und Razzien der Einwanderungsbehörde ICE haben die Arbeit des Instituts beeinflusst. Diese Umstände machen den künstlerischen und kulturellen Austausch noch bedeutsamer, wie Rath-John betont.
„Unsere Rolle ist besonders wichtig in politisch schwierigen Zeiten“, sagt sie. Ihr Hauptziel ist es, Menschen ins Gespräch zu bringen und kreative Projekte zu fördern. Dabei hat sie zahlreiche Initiativen ins Leben gerufen, wie das Neighborhood Interpretive Center, das sich in einem angespannten Viertel von Los Angeles befindet, das mit Obdachlosigkeit, Drogenproblemen und Gangs zu kämpfen hat.
Kulturelle Projekte und Engagement
Das Goethe-Institut kooperiert eng mit lokalen Künstler*innen und Aktivist*innen und bietet ein abwechslungsreiches deutsches Film- und Diskursprogramm an. Für 2026 sind unter anderem das 50-jährige Jubiläum des Punk und das 20. German Currents Film Festival geplant.
Rath-John hebt die zentrale Bedeutung von freier Kunst und kritischem Fragen hervor. Ihre Beobachtungen über die Nachbarschaft nach ICE-Razzien zeigen einen Rückgang der Straßenhändler, die verhaftet oder abgeschoben wurden, was die Dringlichkeit von Diversität und Inklusion in der kulturellen Landschaft unterstreicht. Sie hat auch an einer Veranstaltung über den Film „Zuhurs Töchter“ teilgenommen, die sich mit queeren Themen in der Latino-Community beschäftigt.
Obwohl sie in Los Angeles fest verwurzelt ist, plant Rath-John, noch einige Jahre dort zu bleiben, bevor sie gemäß dem Rotationsprinzip des Goethe-Instituts an einen neuen Standort wechselt. Der Kontakt zu ihrer Heimat in Ostbrandenburg bleibt trotz der großen Zeitunterschiede lebendig, oft durch Video-Telefonate.
Luisa Rath-Johns Engagement im Kulturaustausch und ihre vielfältigen Initiativen im Goethe-Institut zeigen, wie wichtig kulturelle Institutionen in Zeiten von politischer Unsicherheit sind. Ihr Ansatz fördert nicht nur die Kunst, sondern auch den Austausch zwischen verschiedenen Gemeinschaften und Kulturen.