Am 21. Januar 2026 wird im Kulturforum Berlin die Ausstellung „JETZT! 10 Positionen zur Aktivierung des Kulturforums“ eröffnet. Diese Veranstaltung ist Teil eines ambitionierten Projekts, das vom 22. Januar bis 22. März 2026 läuft. Die Ausstellung, die in Zusammenarbeit mit der Kunstbibliothek und dem Kunstgewerbemuseum der Staatlichen Museen zu Berlin sowie der Universität der Künste Berlin entsteht, präsentiert die kreativen Interpretationen von Architekturstudierenden der UdK.
Im Fokus der Präsentation stehen zehn gestalterische Ansätze, die bislang ungenutzte Zwischenräume des Kulturforums neu interpretieren. Ziel ist es, den traditionsreichen Kulturstandort, der von namhaften Architekten wie Hans Scharoun und Ludwig Mies van der Rohe geprägt wurde, stärker in das urbane Leben Berlins zu integrieren. Die Studierenden setzen sich intensiv mit dem städtebaulichen und landschaftlichen Kontext des Areals auseinander.
Architektur und Visionen des Kulturforums
Das Kulturforum selbst stellt eine beeindruckende Sammlung von Kulturgebäuden dar, welches in den 1950er und 1960er Jahren am Rande von West-Berlin erbaut wurde. Diese Entwicklung war eine Reaktion auf den Verlust vieler kultureller Vermögenswerte der Stadt durch die Teilung Berlins. Das Forum zeichnet sich durch innovative modernistische Architektur aus, was insbesondere bei Baudenkmälern wie der Philharmonie und der Neuen Nationalgalerie sichtbar wird, die beide wegweisend für die Nachkriegsarchitektur sind.
Der Standort des Kulturforums, westlich des Potsdamer Platzes, bleibt bis heute ein Zentrum für kulturelle Aktivitäten in Berlin. Trotz seiner architektonischen Bedeutung bleibt das Kulturforum jedoch unvollendet. Der aktuelle Dialog um die Zukunft des Areals soll einen Konsensplan zur Weiterentwicklung erarbeiten, der die Integration in die städtische Umwelt voranbringt.
Eröffnung und Programm der Ausstellung
Die Eröffnung am 21. Januar wird von Moritz Wullen, dem Direktor der Kunstbibliothek, eingeleitet. Anschließend wird eine Paneldiskussion stattfinden, an der Studierende sowie Fachleute aus verschiedenen Disziplinen teilnehmen. Diese Diskussion wird als Plattform für den Austausch über neue Ideen und Herausforderungen genutzt, die mit der Entwicklung des Kulturforums verbunden sind.
Die Ausstellung ist von Dienstag bis Sonntag zwischen 10 und 18 Uhr geöffnet. Für Interessierte bietet sich die Gelegenheit, die kreativen Ansätze der jungen Architekten zu erleben und mit den Kuratoren ins Gespräch zu kommen.
Diese Veranstaltung spiegelt nicht nur die Geschichte des Kulturforums wider, sondern zeigt auch die Perspektiven für die Zukunft des Ortes. Wie in der Diskussion zum Thema „Jung, aber Denkmal: Kulturforum“, die am 4. November 2025 stattfand, thematisiert wurde, ist es entscheidend, den Umgang mit ikonischen Bauten und Landschaften des Kulturforums im Kontext der städtebaulichen Entwicklung neu zu denken.
Das Kulturforum, ein einzigartiger Ort für Kunst und Kultur in Berlin, mit seinen Museen, Bibliotheken und Konzerthäusern, bleibt ein zentraler Punkt für die Auseinandersetzung mit der städtischen Identität und den Herausforderungen der Moderne. Die kommenden Veranstaltungen und Ausstellungen sollen dazu beitragen, diesen Dialog weiterhin lebendig zu halten und die Besucher für die kulturelle Vielfalt zu begeistern.
Der Begriff „Kulturforum“ selbst steht für eine Ansammlung bedeutender Kulturgebäude, die nicht nur von ihrer architektonischen Beschaffenheit, sondern auch von ihrer Funktionalität in der Stadtgeschichte geprägt sind. In der Wiedervereinigung war die Rückkehr der alten Meister zu einem zentralen Thema, das auch die Planung des Kulturforums beeinflusste, wie das Beispiel der Neuen Nationalgalerie zeigt, die 1998 eröffnet wurde und seither eine wichtige Rolle im kulturellen Leben spielt.