Andreas Möller, ein leidenschaftlicher Sammler, hat im Laufe von über 30 Jahren eine beeindruckende Sammlung von Druckgrafiken angelegt. Sie umfasst etwa 4.000 Exemplare, darunter bemerkenswerte Werke japanischer Holzschnitte, naturhistorische Studien, Lithografien von George Grosz sowie Radierungen von Peter Sorge. Möller begann seine Sammlung in den 1990er-Jahren in einem Antiquariat in Pitigliano, Italien, und fokussierte sich besonders auf japanische Farbholzschnitte und expressionistische Radierungen von Ludwig Meidner.
Die wichtigste Schenkung von Möller ging an die Kunstsammlung der Universität Göttingen. Diese beherbergt nun wertvolle Grafiken, die nicht nur das bestehende Angebot erweitern, sondern auch in der Lehre aktiv Verwendung finden. Dr. Anne-Katrin Sors, die Kustodin der Kunstsammlung, bezeichnet diese Schenkung als Glücksfall. Im Rahmen von Seminaren haben Studierende die Möglichkeit, die neuen Kunstwerke zu inventarisieren, zu digitalisieren und zu erforschen, wodurch sie wichtige praktische Erfahrungen sammeln können.
Wertvolle Werke und ihre Bedeutung
Die Schenkung von Möller ergänzt den Göttinger Bestand entscheidend, insbesondere durch 82 japanische Holzschnitte, die den Studierenden und Kunstinteressierten neue Perspektiven auf diese traditionsreiche Kunstform eröffnen. Ein besonderes Highlight sind die Grafiken von George Grosz aus der Serie „Ecce Homo“ (1922/23), die sozialkritische Themen behandeln und somit einen direkten Bezug zu historischen und gesellschaftlichen Kontexten herstellen.
Die Kunstsammlung ist zudem ein lebendiger Ort für Forschung und Lehre. Die Studierenden können aktiv in die künstlerische und wissenschaftliche Auseinandersetzung mit diesen Werken eintauchen. Ab Oktober 2026 wird die Kunstsammlung eine Ausstellung über den Berliner Kupferstecher und Grafiker Daniel Chodowiecki präsentieren, die weitere interessante Einblicke in die Welt der Druckgrafik bieten wird.
Für Kunstbegeisterte bleibt die Kunstsammlung der Universität Göttingen auch weiterhin ein wichtiger Anlaufpunkt. Jeden Sonntag wird sie im Rahmen der Sonntagsspaziergänge von 11 bis 16 Uhr geöffnet, und bietet so die Möglichkeit, die vielfältigen Kunstwerke zu entdecken und mehr über deren Geschichte zu erfahren.