Am 20. Februar 2026 wurde im Deutschen Architektur Zentrum in Berlin das studentische Team der Bauhaus-Universität Weimar für sein herausragendes Projekt mit dem zweiten Platz beim Wettbewerb Campus Masters 2025 ausgezeichnet. Unter der Leitung von Jun.-Prof. Tim Simon-Meyer gewann das Team, bestehend aus Anna Wagner, Felix Schmidt, Lando Daut und Denise Dilje, für ihre Arbeit mit dem Titel „Gemeinschaffende Infrastrukturen im ländlichen Raum“. Dieser Wettbewerb, organisiert von BauNetz CAMPUS, hebt die innovativen Ansätze in der Architektur und Stadtentwicklung besonders hervor.

Das Projekt zielt darauf ab, ländliche Räume durch gemeinschaftlich entwickelte Interventionen zu stärken. Dies steht im Einklang mit den Zielen der Forschungsgruppe „Strategien ländlicher Räume“ (SLR) an der Hochschule Koblenz, die ökonomische, soziale und ökologische Nachhaltigkeit in diesen Gebieten fördern möchte. Der demografische Wandel sowie strukturelle Veränderungen erfordern spezifische Lösungsansätze, die den einzigartigen Herausforderungen ländlicher Räume gerecht werden. SLR erkennt die Notwendigkeit an, verschiedene Disziplinen wie Architektur, Bauingenieurwesen und Sozialwissenschaften zu verbinden, um gemeinsam tragfähige Lösungen zu entwickeln, die den unterschiedlichen Bedürfnissen der Regionen Rechnung tragen.

Partizipativer Ansatz und lokale Zusammenarbeit

Im Fokus des Weimarer Projekts steht ein partizipativer Ansatz, bei dem lokale Akteurinnen und Akteure des Weimarer Ortsteils Gaberndorf in den Entwicklungsprozess einbezogen wurden. Die daraus resultierenden Maßnahmen umfassen unter anderem die Gestaltung einer überdachten Bushaltestelle sowie gemeinschaftlich nutzbarer Strukturen. Diese Interventionen sollen den sozialen Zusammenhalt stärken und die Lebensqualität der Anwohner erhöhen.

Die Jury des Wettbewerbs lobte die enge Verzahnung von Entwurf, sozialem Engagement und praktischer Umsetzung. Sie bewertet das Projekt als Beispiel dafür, wie Architektur als kollaborativer Prozess fungieren kann, um den strukturellen Wandel im ländlichen Raum aktiv mitzugestalten. Diese Sichtweise wird auch im Vierten Regierungsbericht über ländliche Räume des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft zusammengefasst. Laut diesem Bericht spielen ländliche Regionen eine zentrale Rolle für die wirtschaftliche Stärke Deutschlands und bieten gleichzeitig Raum für Natur und Erholung.

Herausforderungen ländlicher Räume

Die Herausforderungen in diesen Gebieten sind vielschichtig. Fachkräftemangel, demografischer Wandel und eine oft unzureichende Gesundheitsversorgung sowie nachhaltige Mobilität stellen signifikante Probleme dar. Die Bundesregierung hat sich zum Ziel gesetzt, ländliche Räume attraktiver zu gestalten, um gleichwertige Lebensverhältnisse zu fördern. Dies ist besonders wichtig, da über die Hälfte der Bevölkerung in ländlichen Gebieten lebt und diese Regionen knapp die Hälfte der deutschen Wirtschaftsleistung erbringen.

Ein zentraler Aspekt ist die digitale Infrastruktur, die für die wirtschaftliche Entwicklung und gleichwertige Lebensverhältnisse entscheidend ist. Ehrenamtliches Engagement, oft hoch ausgeprägt in ländlichen Regionen, trägt maßgeblich zur Verbesserung der Lebensqualität und des sozialen Zusammenhalts bei. Der Einsatz sozialer Innovationen, wie sie im Projekt der Weimarer Studierenden gezeigt wird, ist ein Schritt in die richtige Richtung. Solche Initiativen können wesentlich dazu beitragen, die Herausforderungen der ländlichen Entwicklung erfolgreich zu meistern und neue wirtschaftliche Perspektiven zu eröffnen.