Forschungen der Universitätsmedizin Mainz haben alarmierende Ergebnisse zur Wirkung von Straßenverkehrslärm auf das Herz-Kreislaufsystem veröffentlicht. Laut einer neuen Studie kann bereits eine einzige Nacht mit geringem Lärm zu messbaren Stressreaktionen im Körper führen. Diese Erkenntnisse wurden in der renommierten Fachzeitschrift Cardiovascular Research veröffentlicht. Die Studie mit dem Titel „A randomized, double-blind, crossover study of acute low-level night-time road traffic noise: effects on vascular function, sleep, and proteomic signatures in healthy adults“ basiert auf der Untersuchung von 74 Gesunden und beleuchtet, wie selbst niedrige Geräuschpegel von 41 bis 44 Dezibel die Herzfrequenz erhöhen und die Schlafqualität negativ beeinflussen können.

Das Forschungsteam unter der Leitung von Dr. Omar Hahad, Univ.-Prof. Dr. Thomas Münzel und Univ.-Prof. Dr. Andreas Daiber hat außerdem Veränderungen in Proteinen festgestellt, die für Immun- und Stressreaktionen im Körper wichtig sind. Die Teilnehmer berichteten, dass sie nach einer Nacht mit Lärm schlechter geschlafen hatten, und es wurden funktionelle sowie biologische Veränderungen in ihren Blutanalysen dokumentiert.

Umfassende Gesundheitsgefahren

Die Studie zeigt außerdem, dass der Verkehrslärm, der eine häufiger Umweltbelastung in vielen europäischen Ländern darstellt, mit einem erhöhten Risiko für Bluthochdruck und Herz-Kreislauf-Erkrankungen verbunden ist. In Deutschland sind ungefähr 11 Millionen Menschen nächtlichem Straßenverkehrslärm von mindestens 50 Dezibel ausgesetzt, was für die Gesundheit alarmierend ist. Der Zusammenhang zwischen Schlafproblemen und Herz-Kreislauf-Erkrankungen erfordert zusätzliche Forschung, um die langfristigen Auswirkungen dieser Lärmbelastungen besser zu verstehen.

Ein wichtiger Teil der Diskussion bieten die Empfehlungen für geeignete Lärmschutzmaßnahmen. Zu den Vorschlägen zählen die Einführung von Tempo 30 innerorts und die Schaffung von mehr Grünflächen, um den Lärmpegel zu reduzieren und somit die Gesundheit der Bevölkerung zu schützen.Nachrichten IDW berichtet, dass weitreichende Maßnahmen nötig sind, um die Auswirkungen von Lärm auf die Gesundheit zu minimieren.

Die Universitätsmedizin Mainz, die einzige medizinische Einrichtung für Supramaximalversorgung in Rheinland-Pfalz, beschäftigt rund 9.000 Mitarbeiter und versorgt jährlich etwa 403.000 Patienten. Darüber hinaus bilden sie über 3.700 Studierende der Medizin und Zahnmedizin sowie 590 Fachkräfte in Gesundheitsberufen aus, was ihren Stellenwert als gesundheitlicher Anker in der Region untermauert. Dr. Omar Hahad steht für Presseanfragen zur Verfügung, um weitere Details zu den Ergebnissen der Studie zu erörtern.