Die Lausitz präsentiert sich zunehmend als ein bedeutender Standort für Hochtechnologie und Zukunftsforschung. So wird ab März 2026 an der Brandenburgischen Technischen Universität (BTU) in Cottbus ein Forschungsvorhaben gestartet, das unter den extremen Bedingungen der Schwerelosigkeit im Weltraum stattfindet. Prof. Dr.-Ing. Christoph Egbers leitet die Experimente, die die gezielte Steuerung von Strömungen in speziellen Flüssigkeiten untersuchen sollen. Diese innovative Forschungsrichtung wurde durch b-tu.de initiiert.

Ein zentraler Bestandteil der Forschung ist die dielektrophoretische Kraft, die durch elektrische Felder erzeugt wird und die Bewegung des dielektrischen Fluids kontrollieren kann. Die Technologie hat vielversprechende Anwendungen, beispielsweise in Kühl- und Wärmetauschersystemen für Satelliten, Raumsonden und geplante Raumstationen. Ziel ist es, die Effizienz des Wärme transports zu verbessern, was sowohl im All als auch auf der Erde von Bedeutung sein könnte.

Forschungsmethoden und Technologien

Für die Experimente werden zwei spezielle Versuchszellen an der BTU entwickelt: eine zylindrische und eine plattenförmige Zelle. Diese Strömungsuntersuchungen werden im Rahmen von Parabelflugkampagnen durchgeführt, die von 2026 bis 2028 stattfinden. Um die präzisen Bewegungen der Flüssigkeiten nachvollziehen zu können, wird hochmoderne Messtechnik eingesetzt.

Dabei kommen Methoden wie die Particle Image Velocimetry (PIV) sowie Techniken zur Visualisierung von Flüssigkeitsdichtestörungen zum Einsatz. Diese Methoden werden ergänzt durch Temperatur- und Wärmestromsensoren, die den Wärmeübergang während der Experimente genau messen und analysieren.

Die DLR-Raumfahrtprojektträger stellt für das Projekt DEPIK II insgesamt 665.000 Euro über drei Jahre zur Verfügung. Dieses Engagement unterstützt nicht nur die aktuellen Forschungsbemühungen, sondern erhöht auch die internationale Sichtbarkeit der BTU und die wissenschaftliche wie technologische Kompetenz der Lausitz.

Bedeutung der Forschung

Die Experimente zielen darauf ab, das Verständnis von thermo-elektrodynamischen Strömungsprozessen zu vertiefen. Besonders der Einfluss von elektrischen Feldern auf die Bewegung von dielektrischen Flüssigkeiten wird untersucht. Diese Erkenntnisse können auch unter Erdbedingungen Anwendung finden und Öffnungen in der technischen Entwicklung neuer energieeffizienter Kühltechniken in Maschinenbau und Industrie schaffen.

Darüber hinaus sind Studierende und Nachwuchswissenschaftler aus der Region direkt an den Experimenten beteiligt. Dies fördert nicht nur deren praktische Erfahrung, sondern trägt auch zur langfristigen Entwicklung von Fachkräften in der Region bei. Die Forschungsergebnisse werden nicht nur für zukünftige TEXUS-Experimente relevant sein, sondern haben auch das Potenzial, bedeutende Fortschritte in der Wärmetechnologie sowohl im All als auch auf der Erde zu erzielen.