Am 18. März 2026 wurde Barbara Vetter, Professorin für Theoretische Philosophie an der Freien Universität Berlin, mit dem renommierten Leibniz-Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) ausgezeichnet. Diese Ehrung, die als der bedeutendste deutschsprachige Forschungsförderpreis gilt, ist mit 2,5 Millionen Euro dotiert und honoriert ihre herausragenden Forschungsarbeiten, insbesondere zu der Frage, wie sich Möglichkeiten Denken lassen.

Die DFG lobte Barbara Vetter insbesondere für ihre grundlegende Kritik am traditionellen Modell der Pluralität möglicher Welten in der analytischen Philosophie. Sie hat einen neuen Ansatz entwickelt, der sich mit dem Konzept der Potenzialität befasst, und untersucht die Unterscheidung zwischen Fähigkeiten und anderen Möglichkeiten. Ihre Argumentation fundiert darauf, dass das Wissen um die eigenen Fähigkeiten und Handlungsoptionen die Grundlage für das Verständnis von Möglichkeiten ist.

Anerkennung und Vorträge

Zur Würdigung ihrer Leistungen erklärte der Präsident der Freien Universität Berlin, Prof. Dr. Günter M. Ziegler: „Wir freuen uns sehr über diese verdiente Auszeichnung für Barbara Vetter“. Vizepräsident für Berufungen, Prof. Dr. Georg Bertram, schloss sich diesen Glückwünschen an und hob die Bedeutung dieser Auszeichnung hervor.

Als Teil ihrer Ehrung wird Barbara Vetter am 15. April 2026 eine öffentliche Leibniz Lecture mit dem Titel „Möglichkeiten denken“ halten. Diese Veranstaltung findet im Rahmen des Jahresempfangs der Freien Universität Berlin statt und verspricht, spannende Einblicke in ihre Forschung zu bieten.

Akademische Laufbahn

Barbara Vetter, die ihren Abschluss in Philosophie an der University of Oxford 2006 machte und 2010 mit der Dissertation „Potentiality and Possibility“ promovierte, wurde 2017 zur Professorin für Theoretische Philosophie an die Freie Universität Berlin berufen. Zuvor war sie an verschiedenen renommierten Institutionen tätig, darunter die Humboldt-Universität zu Berlin und die Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg.

In der akademischen Gemeinschaft ist Vetter nicht nur als Forscherin aktiv, sondern auch als Vizepräsidentin der Gesellschaft für Analytische Philosophie und Co-Sprecherin der Kollegforschungsgruppe „Human Abilities“. Ihre Veröffentlichungen, wie die 2015 erschienene Monografie „Potentiality: From Dispositions to Modalities“, sind wegweisend in ihrem Forschungsbereich.

Forschungsschwerpunkte und Zukunftsaussichten

Vetter konzentriert sich in ihrer aktuellen Forschung auf die Modalitätsdebatte innerhalb der analytischen Philosophie. Ihr Ziel ist es, die Bedeutung von Möglichkeiten in der Realität zu verstehen. Sie beschreibt Talente als Vermögen, das durch Übung und Förderung entfaltet werden kann. Die Auszeichnung mit dem Leibniz-Preis wird es ihr ermöglichen, bestehende Forschungsstrukturen weiter auszubauen und den wissenschaftlichen Nachwuchs gezielt zu unterstützen.

Die Freie Universität Berlin kann stolz auf ihre Preisträger blicken. Bereits mehrere ihrer Forschenden, wie Anita Traninger (2023) und Beatrice Gründler (2017), wurden mit dem Leibniz-Preis geehrt, was die hohe Forschungsqualität und das Engagement der Institution unterstreicht.

In der Gesamtheit zeigt sich, dass Barbara Vetter nicht nur eine herausragende Wissenschaftlerin ist, sondern auch eine wichtige Stimme in der aktuellen philosophischen Debatte über Möglichkeiten und Fähigkeiten, die unsere Wahrnehmung der Welt beeinflussen können. Ihre Forschung wird sicher auch in Zukunft entscheidend zur Weiterentwicklung der Erkenntnistheorie und Metaphysik beitragen.

Weitere Informationen zu ihrer Arbeit finden Sie auf den Websites der Freien Universität Berlin, der DFG und des DAAD.