Prof. Dr. Antonio Calà Lesina von der Leibniz Universität Hannover (LUH) erhält einen hoch angesehenen ERC Consolidator Grant. Dieser wird vom Europäischen Forschungsrat (ERC) vergeben und richtet sich an Wissenschaftler mit einer Promotion, die zwischen sieben und zwölf Jahren zurückliegt. Calà Lesina wird in den kommenden Jahren bis zu 2 Millionen Euro für sein Projekt „TEMPORE: Time-varying Metaphotonics via Reverse Engineering“ erhalten, das neue Maßstäbe in der Nanophotonik setzen soll.

Calà Lesina leitet das Team „Computational Photonics“ am Hannover Centre for Optical Technologies (HOT) sowie im Exzellenzcluster PhoenixD. Das Projekt TEMPORE hat zum Ziel, zeitvariable und nichtlineare Materialien in der Nanophotonik zu entwickeln. Ein Schwerpunkt liegt auf der ultraschnellen Steuerung von Licht, wobei die Forscher reprogrammierbare nanophotonische Hardware entwickeln möchten.

Innovativer Ansatz in der Nanophotonik

In der Forschung wird ein innovativer Ansatz verfolgt, bei dem optische Metamaterialien dynamisch modulierbare Eigenschaften erhalten sollen. Dies unterscheidet sich grundlegend von den herkömmlichen statischen Metamaterialien. Das Projekt zielt darauf ab, dynamische optische Geräte zu entwickeln, die durch Lichtsignale angeregt werden können. Diese Multifunktionalität und Anpassungsfähigkeit der Systeme sind nicht nur für die Nanophotonik bedeutend, sondern auch für die Stadtarchitektur, die von diesen neuen Entwicklungen inspiriert wird.

Die Forschung wird durch eine Kombination von Fachwissen in verschiedenen Disziplinen unterstützt, darunter rechnergestützte Elektrodynamik und fortschrittliche optische Materialmodellierung. Dies unterstreicht die interdisziplinäre Herangehensweise, die für den Erfolg des Projektes unerlässlich ist. Die ERC-Förderungen gelten als eine prestigeträchtige Auszeichnung, da nur etwa 11 % der Anträge gefördert werden. Dies macht die Förderung für Calà Lesina und sein Team umso wertvoller.

Engagierte Forschungscommunity

Sechs weitere Mitglieder von PhoenixD haben seit 2019 einen ERC-Grant erhalten, was die Stärke und das Engagement des Forschungsclusters unterstreicht. Insgesamt sind 22 ERC-geförderte Wissenschaftler an der LUH tätig, was die Exzellenz und Innovationskraft dieser Institution verdeutlicht. Der Exzellenzcluster PhoenixD ist ein Ergebnis umfassender Kooperationen, die auch die Technische Universität Braunschweig, das Max-Planck-Institut für Gravitationsphysik, die Physikalisch-Technische Bundesanstalt und das Laser Zentrum Hannover e.V. umfassen.

Die Nationale Kontaktstelle ERC (NKS ERC) bietet wertvolle Informationen zur Förderung des Europäischen Forschungsrats. Deren Unterstützung reicht von der Antragstellung bis zur Umsetzung von Projekten. Antragsstellern wird eine umfassende Beratung zu geeigneten Förderlinien angeboten, ebenso wie Trainings und Unterstützung bei der Projektvorbereitung.

Zusätzlich steht Interessierten eine Fragensammlung „Schon gewusst“ zur Verfügung, in der wichtige Fragen zur Antragstellung und Umsetzung beantwortet werden. Die NKS ERC informiert regelmäßig in Newslettern über aktuelle Ausschreibungen und Neuigkeiten, die somit einen umfassenden Überblick über die Möglichkeiten im Bereich der ERC-Förderungen bieten.