Am 11. März 2026 wurde der AIV-Schinkel-Preis in verschiedenen Kategorien verliehen, darunter die Auszeichnung in der Kategorie Städtebau, die an die Absolventen der Bauhaus-Universität Weimar, Till Pulst, Emil Kuenzer, Jorik Flohr und Jesse Puhan-Schulz, ging. Ihre Masterarbeit mit dem Titel »DAZWISCHENstadt Luckenwalde« hebt sich durch ein innovatives Konzept hervor, das Mittelstädte als Räume des „Dazwischen“ versteht: zwischen Metropole und ländlichem Raum, zwischen Bestand und Transformation sowie zwischen Produktion und Wohnen. Die Jury lobte die Klarheit der Plandarstellungen und die analytische Erfassung der Identität und Transformationsperspektiven Luckenwaldes, was zur einstimmigen Entscheidung der Juroren führte.
In ihrer Arbeit entwickelten die Preisträger eine Innenentwicklungsstrategie für Luckenwalde, die den bestehenden baulichen Bestand respektiert. Luckenwalde wird hier als Modell für Städte der zweiten Reihe präsentiert, die dazu in der Lage sind, Metropolen zu entlasten und eigene Entwicklungsperspektiven zu entfalten. Diese Herangehensweise steht im Einklang mit den Anforderungen an eine nachhaltige Stadtentwicklung, die die Koordination unterschiedlicher Ansprüche an den urbanen Raum auf begrenzter Fläche erfordert.
Innovative Ansätze für städtische Herausforderungen
Die Preisverleihung fand anlässlich des Geburtstags von Karl Friedrich Schinkel statt, einem der einflussreichsten Architekten des 19. Jahrhunderts. Insgesamt wurden für die 171. Ausgabe des Wettbewerbs 140 Beiträge eingereicht, von denen 50 in der Kategorie Städtebau eingestuft wurden. Aus diesen wurden zwölf Arbeiten in sechs Fachsparten prämiert. Jede Kategorie ist mit 3.000 Euro dotiert, um den planerisch-kreativen Nachwuchs zu fördern.
Ein weiterer wichtiger Aspekt des Wettbewerbs war der Sonderpreis »Interdisziplinär und nachhaltig bauen«, der an die Arbeit »The Gentle City« von Dikshya Pokharel, Zhasmin Roumieh und Mareike Sophie Steffen verliehen wurde. Diese Ehrung unterstreicht die Relevanz interdisziplinärer Ansätze in der Stadtplanung. Zudem erhielten Sophia Athanasia Schwechheimer, Marcel Schmiedel und Elena Hanke lobende Erwähnungen für ihre Arbeiten, die ebenfalls zur Diskussion um nachhaltige Stadtentwicklung und innovative Planungsansätze beitragen.
Nachhaltigkeit im urbanen Raum
In der aktuellen städtischen Entwicklung ist die multifunktionale und flächeneffiziente Planung von Siedlungs-, Verkehrs-, Frei- und Grünräumen von entscheidender Bedeutung. Das Leitbild der dreifachen Innenentwicklung bietet eine neue Perspektive auf die räumliche Auf- und Verteilung von Flächen für Bauen, Mobilität und Grün. Ziel ist es, den Anforderungen an eine lebenswerte und resiliente Stadt gerecht zu werden. Diese Ansätze sind im Hintergrundpapier des Umweltbundesamtes klar beschrieben, das als Leitfaden für Kommunen, Behörden und die Wissenschaft dient, um nachhaltige Stadtentwicklung zu unterstützen.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Auszeichnungen des AIV-Schinkel-Preises nicht nur die kreativen Leistungen der Studierenden würdigen, sondern auch einen wichtigen Beitrag zur Diskussion über die Herausforderungen und Chancen in der städtischen Entwicklung leisten. Die Arbeiten der Preisträger bieten wertvolle Ansätze, um die Anforderungen der heutigen Zeit zu erfüllen und eine positive Zukunft für die urbanen Räume zu gestalten.