Am 18. Februar 2026 findet ein Vortrag über die bedeutende Persönlichkeit Ludwig Frank statt. Prof. Dr. Philipp Gassert wird in seinem Referat die wechselvolle Geschichte und das Erbe des Sozialdemokraten erläutern. Die Veranstaltung beginnt um 17:15 Uhr im Hörsaal SN 169, und Bürgermeister Thorsten Riehle wird ein Grußwort halten. Interessierte sind herzlich eingeladen, mehr über diesen einflussreichen Mannheimer zu erfahren.

Ludwig Frank, geboren am 23. Mai 1874 in Nonnenweier, Baden, war ein wegweisender Vertreter der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (SPD). Er starb am 3. September 1914 an der Front in Lothringen. Frank war nicht nur ein engagierter Politiker, sondern auch ein deutscher Rechtsanwalt. Seine politischen Anfänge lassen sich bis in das Jahr 1900 zurückverfolgen, als er der SPD beitrat. Zwei Jahre später, 1902, gründete er den ersten Arbeiterjugendverein in Deutschland in Mannheim.

Politische Karriere und Reformbestrebungen

Frank setzte sich intensiv für soziale Gerechtigkeit ein. Ab 1905 saß er im badischen Landtag und ab 1907 auch im Reichstag, wo er als Befürworter für gleiche Bildungschancen und ein allgemeines Wahlrecht bekannt wurde. Auch die Verbesserung der Arbeitsbedingungen lag ihm am Herzen. Er war ein Wortführer des süddeutschen Reformismus innerhalb der SPD und organisierte die sozialistische Arbeiterjugendbewegung.

Seine reformistischen Ansätze waren jedoch nicht unumstritten, da sie in Teilen der Partei kritisiert wurden. Frank wurde in seiner Zeit als aktiver Abgeordneter geschätzt und ist unter anderem als Mitgründer des „Verband junger Arbeiter Mannheims“ bekannt.

Engagement für Frieden und gegen Militarismus

Vor dem Ausbruch des Ersten Weltkrieges bemühte Frank sich aktiv um die Verständigung zwischen Deutschland und Frankreich. Auf seine Initiative hin fand 1913 eine deutsch-französische Verständigungskonferenz in Bern statt. Trotz seiner Misstrauen gegenüber militaristischer Politik meldete er sich im August 1914 freiwillig zum Militärdienst. Wenige Wochen später fiel er, während er Gefreiter im 2. Badischen Grenadier-Regiment „Kaiser Wilhelm I.“ Nr. 110 war.

Frank war der erste von zwei Reichstagsabgeordneten, der im Ersten Weltkrieg an der Front starb. Sein Einsatz und seine politischen Ideen waren nicht nur für seine Zeit bedeutend, sondern sind auch heute noch von Relevanz. In Mannheim wurde ihm posthum ein Denkmal gesetzt, und verschiedene Einrichtungen tragen seinen Namen.

Eine SPD-Geschichte und ihr Erbe

Ludwig Franks Leben und Wirken sind untrennbar mit der Geschichte der SPD verbunden. Diese wurde 1875 gegründet und erlebte seitdem zahlreiche politische Veränderungen. Die Spannungen innerhalb der Partei führten 1917 zu ihrer Spaltung, während sie zwischen den beiden Weltkriegen und der Zeit des Nationalsozialismus Herausforderungen gegenüberstand. Nach dem Zweiten Weltkrieg war die SPD mit der Zwangsvereinigung und den Folgen des Wirtschaftswunders konfrontiert, bevor sie sich mit dem Godesberger Programm in den 1950ern zur Volkspartei wandelte.

Der Vortrag von Prof. Dr. Gassert bietet nicht nur einen Einblick in das Leben von Ludwig Frank, sondern auch in die Entwicklung und die Herausforderungen der Sozialdemokratischen Partei im Kontext der deutschen Geschichte. Dieser historische Rückblick wird durch die Veranstaltung am heutigen Tag zusätzlich belebt und dokumentiert Franks wichtige Rolle innerhalb der SPD und der Mannheimer Geschichte.

Für weitere Informationen über die Veranstaltung und Ludwig Frank besuchen Sie bitte die Website des Marchivum.