Am 3. März 2026 wurde bekannt, dass Tingxiang Zou eine Zusage für das prestigeträchtige Emmy-Noether-Programm erhalten hat. Dieses Programm zielt darauf ab, talentierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler bei der Gründung eigener Forschungsgruppen zu unterstützen. Zou wird ihre Gruppe am Mathematischen Institut der Universität Bonn aufbauen.
Ihr Forschungsfokus liegt auf dem Elekes-Szabó-Problem, einem bedeutenden kombinatorischen Problem mit weitreichenden Verbindungen zu Geometrie, Algebra und Modelltheorie. Insbesondere wird sie höherdimensionale Versionen dieses Problems untersuchen. Ein zentrales Anliegen ihrer Arbeit besteht darin, die Bedingungen zu klären, unter denen algebraische Gleichungen in endlichen Punktgittern zahlreiche Lösungen aufweisen. Die Untersuchung dieser algebraischen Relationen erfolgt durch Polynomgleichungen über reellen oder komplexen Zahlen.
Zusammenarbeit mit internationalen Experten
Zou wird dabei mit einer Reihe hochrangiger internationaler Experten zusammenarbeiten. Dazu gehören Martin Bays von der Universität Oxford, Jan Dobrowolski von der Xiamen University Malaysia sowie Yifan Jing von der Ohio State University. Auch neue Kooperationen mit führenden Forschenden wie Artem Chernikov von der Universität Maryland und Ehud Hrushovski von der Universität Oxford sind geplant.
Ein weiterer Bestandteil ihrer Forschung wird das Summen-Produkt-Problem sein. Diese Fragestellung befasst sich mit der Struktur von Zahlenmengen. Sie beschreibt, dass eine solche Menge nicht sowohl in der Addition als auch in der Multiplikation stark strukturiert sein kann. Ein anschauliches Beispiel hierfür sind die geraden Zahlen (2, 4, 6, 8, 10), die bei Addition nur wenige neue Werte erzeugen, während sie bei Multiplikation eine Vielzahl unterschiedlicher Ergebnisse bieten. Bei geometrischen Folgen wie (2, 4, 8, 16, 32) zeigt sich eine starke multiplikative, aber kaum additive Struktur.
Akademischer Werdegang von Tingxiang Zou
Tingxiang Zou hat eine beachtliche akademische Laufbahn hinter sich. Sie studierte Philosophie an der Universität Peking und erlangte ihren Master in Logik an der Universität Amsterdam. Ihre Promotion in Mathematik absolvierte sie am Institut Camille Jordan der Universität Lyon zwischen 2015 und 2019. Weitere Stationen ihrer Karriere führten sie an die Hebrew University in Jerusalem sowie in den Exzellenzcluster Mathematics Münster.
Ab Anfang 2024 wird Zou als Postdoktorandin am Mathematischen Institut tätig sein und auch als assoziiertes Mitglied des Hausdorff Centers for Mathematics (HCM) agieren. Spätestens im September 2026 wird sie die Leitung der Emmy-Noether-Forschungsgruppe übernehmen, mit einer anfänglichen Förderung von bis zu 850.000 Euro durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft. Die Förderlaufzeit beträgt zunächst drei Jahre, mit der Möglichkeit einer Verlängerung um weitere drei Jahre sowie zusätzlichen 710.000 Euro.
Emmy Noether – Eine Pionierin der Mathematik
Das Emmy-Noether-Programm ist nach der berühmten Mathematikerin Amalie Emmy Noether benannt, die am 23. März 1882 in Erlangen geboren wurde. Noether revolutionierte die Mathematik durch ihre bedeutenden Beiträge zur Abstrakten Algebra und theoretischen Physik. Ihr Noether-Theorem verbindet Symmetrien in physikalischen Gesetzmäßigkeiten mit Erhaltungsgrößen und hat bis heute einen herausragenden Einfluss auf die Mathematik.
Noether gilt als Begründerin der Modernen Algebra und hatte einen erheblichen Einfluss auf die Mathematik des 20. Jahrhunderts. Nach ihrem Tod am 14. April 1935 in Bryn Mawr, Pennsylvania, wurden zahlreiche mathematische Strukturen und Sätze nach ihr benannt. Ihr Vermächtnis lebt weiter, und in Deutschland sind viele Straßen und Plätze nach Emmy Noether benannt, gewürdigt durch Gedenktafeln und Ausstellungen.
Die Entwicklungen, die Tingxiang Zou im Rahmen ihrer Forschung an der Universität Bonn vorantreiben will, zeugen nicht nur von ihrem eigenen Potenzial, sondern auch vom fortwährenden Einfluss von Emmy Noether auf die Mathematikwelt.
Universität Bonn berichtet, dass … und Wikipedia bietet weiteren Kontext zu deren Leben.