Matthias Nawrat wird mit dem Berliner Literaturpreis 2026 der Stiftung Preußische Seehandlung ausgezeichnet. Wie die Freien Universität Berlin berichtet, ist dieser Preis mit 30.000 Euro dotiert und zielt darauf ab, bedeutende Beiträge zur deutschsprachigen Gegenwartsliteratur zu würdigen. Die feierliche Preisvergabe findet am 25. Februar 2026 um 19.00 Uhr im Roten Rathaus statt.
Nawrat, der 1979 in Opole, Polen geboren wurde und seit seiner Emigration nach Deutschland im Jahr 1989 in Bamberg und mittlerweile in Berlin lebt, ist nicht nur für seine Romane bekannt, sondern hat auch einen Gedichtband veröffentlicht. Er studierte Biologie in Heidelberg und Freiburg sowie am Schweizerischen Literaturinstitut in Biel/Biene. Seine Veröffentlichungen, darunter die Romane „Unternehmer“ (2014) und „Der traurige Gast“ (2019), wurden bereits für renommierte Preise nominiert.
Preisträger und Laudatio
Die Laudatio zur Preisverleihung wird von der Schriftstellerin und Journalistin Juliane Liebert gehalten. Nawrat, der bereits mit Auszeichnungen wie dem Adelbert-von-Chamisso-Förderpreis und der Alfred-Döblin-Medaille geehrt wurde, äußerte, dass Berlin für ihn ein Ort des interkulturellen Austausches sei. Seine Fähigkeit, die Verbindungen zwischen Gegenwart und Vergangenheit literarisch aufzuarbeiten, wurde von der Jury als Grund für die Auszeichnung hervorgehoben.
Zusätzlich wird der Politiker Kai Wegner, Regierender Bürgermeister von Berlin, Nawrats Auseinandersetzung mit Diktaturen und seine europäische Perspektive loben. Prof. Dr. Dr. h. c. Günter M. Ziegler, Präsident der Freien Universität, hebt den wichtigen Beitrag Nawrats zur Erforschung von Ost- und Westeuropa hervor. Dr. Hans Gerhard Hannesen, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Preußische Seehandlung, betont die Relevanz von Nawrats Themen angesichts der aktuellen politischen Lage.
Berliner Literaturpreis – eine angesehene Tradition
Der Berliner Literaturpreis wird seit 1989 jährlich verliehen und fördert die deutschsprachige Gegenwartsliteratur. Seit 2005 ist dieser auch mit einer Gastprofessur für deutschsprachige Poetik am Peter Szondi-Institut der Freien Universität Berlin verknüpft, die Nawrat im Sommersemester 2026 antreten wird. Frühere Preisträger und Dozenten sind unter anderem Herta Müller, Durs Grünbein und Lukas Bärfuss.
In seinem jüngsten Werk, einem Essayband mit dem Titel „Über allem ein weiter Himmel. Nachrichten aus Europa“, sowie dem bevorstehenden Roman „Das glückliche Schicksal“, der im März 2026 erscheinen wird, zeigt Nawrat einmal mehr sein umfangreiches literarisches Spektrum. Die Anmeldungen zu der Preisverleihung sind seit dem 26. Januar 2026 möglich.
Für weitere Informationen über die Stiftung Preußische Seehandlung, die als Veranstalter des Preises auftritt, finden Sie auf ihrer Webseite Stiftung Seehandlung und können sie direkt kontaktieren.