In einer faszinierenden Entwicklung für die Medienbildung in Subsahara-Afrika nehmen über 2.300 Journalismusstudierende und professionelle Journalist*innen aus 29 Ländern an einem innovativen Online-Kurs teil. Dieser Kurs ist Teil der CoMMPASS-Initiative, die durch Erasmus+ der Europäischen Union kofinanziert wird und von 37 Partneruniversitäten in Afrika unterstützt wird. Die Abschlusskonferenz dieser Initiative fand an der Uganda Christian University in Mukono statt, wo Vertreter aus Hochschulen und Entscheidungsträger*innen über die Zukunft der Online-Journalismusausbildung diskutierten.

Der CoMMPASS-Kurs, der sich auf das Thema Migration in Afrika konzentriert, wurde 2024 von Lehrenden des Erich-Brost-Instituts und Kolleg*innen aus sechs afrikanischen Universitäten ins Leben gerufen. Dabei handelt es sich um ein flexibles, mehrsprachiges Online-Programm, das wissenschaftliche Forschung mit redaktioneller Praxis verbindet und ethische, datenbasierte Berichterstattung fördert. Zu den Partnerländern gehören Uganda, Malawi und Burkina Faso, sowie Portugal.

Einblicke in Migration und Medientrends

Die Themen der Abschlusskonferenz umfassten die Gestaltung von Migrationsnarrativen, die Überwindung von Stereotypen und die Nutzung von digitalem Storytelling zur Förderung gesellschaftlichen Wandels. Diese Diskussionen basieren auf Vorjahresdialogen mit Vertretern der Internationalen Arbeitsorganisation, lokalen Medien und der Vereinten Nationen, die sich mit der komplexen Thematik von Migration und Medien befassen. Ein weiterer aufregender Aspekt ist das neue Projekt an der Makerere University in Uganda, das Desinformations- und Manipulationskampagnen ausländischer staatlicher Akteure in Subsahara-Afrika untersucht.

Das Projekt mit dem Titel „The ‘Great Game’ of Media and Politics in Africa: Geopolitics and Media Intervention post-2022“ wird durch die Daimler und Benz Stiftung gefördert. Zusammen mit der TU Dortmund und acht akademischen Partnern aus Nigeria, Ghana, Kenia, Malawi, Burkina Faso und Tansania untersucht es den Einfluss von Akteuren wie China, Russland, der Türkei, Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten auf die Mediensysteme in Subsahara-Afrika.

Die Rolle der Medien in Migration und Integration

Die Herausforderungen und Chancen der Medienberichterstattung über Migration sind ein zentrales Thema der aktuellen Medienlandschaft. Laut einer Meta-Analyse zur Medienrepräsentation von Muslimen und dem Islam, veröffentlicht in der International Communication Gazette, zeigt sich, wie wichtig eine differenzierte Betrachtung der Migrationsberichterstattung ist. Zudem betont eine Untersuchung der Berichterstattung über die „Silvesternacht in Köln“ die Auswirkungen solcher Ereignisse auf die Kriminalitätsberichterstattung und die Wahrnehmung von Migranten in den Medien.

Die CoMMPASS-Initiative und ähnliche Projekte sind entscheidend, um die Journalistenausbildung zu stärken und um einen Raum für eine kritische Debatte über die Rolle der Medien in den afrikanischen Ländern in der Migrationsfrage zu schaffen. Mit einem Fokus auf die Vernetzung von Journalistenausbilder*innen und der Entwicklung von E-Learning-Plattformen werden neue Impulse für die journalistische Praxis gesetzt.

Diese Initiativen treiben nicht nur die Ausbildung zukünftiger Journalist*innen voran, sondern zielen auch darauf ab, die Qualität der Medienberichterstattung über Migration und Integration nachhaltig zu verbessern. Damit steht die Medienlandschaft in Subsahara-Afrika vor einem spannenden und dynamischen Wandel, der sowohl lokale als auch globale Dimensionen umfasst.