Frauen sind in den MINT-Bereichen (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) nach wie vor stark unterrepräsentiert. Besonders in Lateinamerika zeigt sich diese Diskrepanz deutlich. Ein neues Projekt mit dem Namen MakerWomenSTEM, initiiert von Tecnológico de Monterrey in Mexiko, hat sich zum Ziel gesetzt, die Teilnahme von Frauen in diesen entscheidenden Berufsfeldern zu erhöhen. Laut uni-potsdam.de wird die Universität Potsdam dabei ihre Expertise durch das Zentrum für Qualitätsentwicklung in Lehre und Studium (ZfQ) einbringen.

Im Rahmen des Erasmus+ CBHE-Projekts trafen sich 18 Fachkräfte aus sechs Partnerinstitutionen während der Mid-Term-Projektwoche im Bildungsforum Potsdam. Das Treffen, das vom 2. bis 6. Februar 2026 stattfand, setzte sich mit wesentlichen Aspekten wie dem didaktischen Design von Trainingsprogrammen, der bildungstechnologischen Begleitung und dem Netzwerkaufbau auseinander. Die Entwicklung und Durchführung von Trainingsprogrammen für angehende STEM-Mentorinnen ist dabei das Herzstück des Projekts.

Barrieren abbauen und Zugang erleichtern

Das hauptsächliche Ziel von MakerWomenSTEM ist es, Frauen in Mexiko, Kolumbien und Ecuador den Zugang zu naturwissenschaftlich-technischen Studiengängen und Berufen zu erleichtern. Das innovative Konzept der Maker Education sieht einen Learning Cycle vor, der aus den vier Schritten „Look – Think – Make – Test“ besteht. Durch praxisnahes Lernen, bei dem Tüfteln, Bauen und Experimentieren mit analogen sowie digitalen Werkzeugen im Vordergrund stehen, können die Teilnehmerinnen eigene Ideen entwickeln und an realen Herausforderungen arbeiten.

Die Ergebnisse aus pilotierten Trainings und Rückmeldungen von Expertinnen und Experten fließen fortlaufend in die Projektgestaltung ein, mit einem Fokus auf die finalen Trainingskonzepte, die im Frühsommer 2026 in den Partnerländern durchgeführt werden sollen. Zudem wird eine nachhaltige, internationale Community aufgebaut, die kreative und unternehmerische Kompetenzen fördert.

Herausforderungen und Initiativen

Die allgemeinen Herausforderungen für Frauen in MINT-Berufen sind ebenso vielschichtig. Daten zeigen, dass nur ein Drittel der Abschlüsse in MINT-Fächern von Frauen stammen. Laut einer Europäischen Kommission lag der Anteil der Beschäftigung von Frauen in IKT-Berufen im Jahr 2024 bei einem bescheidenen Fünftel. Während junge Mädchen oft in Computer- und Informationskompetenzen überlegen sind, kehren sie im Laufe der Jahre diesen Bereichen häufig den Rücken. Eine Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung belegt, dass lediglich 56% der Frauen mit einem MINT-Studium nach fünf Jahren auch in MINT-Berufen tätig sind.

Um diese Lücken zu schließen, initiieren zahlreiche Programme und Fördermöglichkeiten, wie etwa „Komm, mach MINT“ und „MINTvernetzt“, neue Wege. Diese Initiativen zielen darauf ab, Mädchen und junge Frauen über die Möglichkeiten in MINT-Studiengängen zu informieren und sie zu ermutigen, diese Wege zu beschreiten. Fortgeschrittene Workshops und Schulungsangebote, unter anderem über das Online-Portal „Girls Go Circular“, bieten jungen Frauen wertvolle digitale und unternehmerische Kompetenzen.

Die Notwendigkeit, mehr Frauen in MINT-Berufen zu gewinnen, ist zwingend gegeben. Fachkräftemangel, insbesondere im IT-Sektor, macht deutlich, dass die Anwesenheit von Frauen in diesen Bereichen nicht nur eine Frage der Gleichstellung ist, sondern auch entscheidend für die Innovationsfähigkeit unserer Gesellschaft. Mit Projekten wie MakerWomenSTEM wird ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung gemacht, um die Barrieren abzubauen und mehr Frauen für diese zukunftsträchtigen Berufe zu gewinnen.

Für weitere Informationen zum Projekt besuchen Sie bitte die Webseite MakerWomenSTEM.