Am 14. Februar 2026 präsentieren Forschende der Technischen Universität Braunschweig die Ergebnisse einer interdisziplinären Zusammenarbeit, die sich mit dem Einfluss von Metaphern auf die Life-Science-Forschung beschäftigt. Diese spannende Arbeit resultiert aus einem wissenschaftlichen Speed-Dating, das im November 2023 stattfand und den Workshop „How Metaphors Shape Biotechnology“ initiierte. Ziel war es, Biologinnen und Philosophinnen zusammenzubringen, um die Rolle von Metaphern in der biotechnologischen Forschung zu untersuchen.

Die Analyse der Metaphern zeigt, wie sie ethische, philosophische und pädagogische Perspektiven verknüpfen können. Besonders im öffentlichen Diskurs sind Metaphern entscheidend. Sie beeinflussen die Akzeptanz oder Ablehnung biotechnologischer Fortschritte und prägen so die öffentliche Wahrnehmung. Diese Erkenntnisse wurden in einem Buch in der Reihe „Health Academy“ des De-Gruyter-Verlags veröffentlicht und stehen in Open Access zur Verfügung.

Die Funktion von Metaphern in der Wissenschaft

Metaphern wie „Antikörper“, „Gen-Schere“ und „Transkription“ sind nicht nur sprachliche Stilmittel, sondern unerlässlich für die naturwissenschaftliche Forschung. Sie helfen dabei, komplexe und unbekannte biologische Phänomene zu beschreiben und Hypothesen zu formulieren. Die Wahl einer bestimmten Metapher kann das Denken der Forschenden deutlich beeinflussen und damit auch die Richtung zukünftiger Studien bestimmen.

Professor Dübel von der TU Braunschweig betont die Verantwortung der Naturwissenschaftler bei der Auswahl von Metaphern. Diese Entscheidungen haben weitreichende Konsequenzen, nicht nur für die Forschung selbst, sondern auch für die Art und Weise, wie Ergebnisse an die Öffentlichkeit vermittelt werden. Die Präsentation dieser Ergebnisse auf dem Weissenburg-Symposium der Leopoldina, das vom 7. bis 9. Oktober 2025 stattfinden wird, ist eine weitere Gelegenheit, die Relevanz des Themas zu unterstreichen.

Interdisziplinäre Ansätze und zukünftige Perspektiven

Die Zusammenarbeit zwischen den Disziplinen ist von zentraler Bedeutung. Professor Heuser hebt hervor, wie wichtig es ist, den epistemischen Beitrag von Metaphern zu untersuchen. Diese interdisziplinären Ansätze können zu innovativen Perspektiven führen und sind bei der Auseinandersetzung mit den Herausforderungen der modernen Biotechnologie unerlässlich.

Die Impulse aus diesem Projekt haben auch dazu geführt, dass zwei BMBF-Förderanträge aus der Zusammenarbeit hervorgingen. Solche Initiativen sind entscheidend, um die Weichen für eine verantwortungsvolle, zukunftsorientierte Forschung zu stellen und das Verständnis der Öffentlichkeit für biotechnologische Fortschritte zu fördern. Durch die Verstärkung der interdisziplinären Kommunikation kann eine tiefere Auseinandersetzung mit den ethischen Fragestellungen gefördert werden, die die Zukunft der Life Sciences betreffen.