Ein neuer Wind weht an der Medizinischen Hochschule Brandenburg Theodor Fontane (MHB): Ab April 2026 wird die Institution die Position eines:einer Studentischen Vizepräsident:in einführen. Dies geschieht im Rahmen einer Reihe von Reformen, die die studentische Mitbestimmung an der Hochschule fördern sollen. MHB ist damit eine der ersten Hochschulen in Brandenburg, die diesen Schritt wagt, neben weiteren Einrichtungen wie der HNEE Eberswalde, FH Potsdam, BTU Cottbus-Senftenberg und Viadrina.

Mit der Einführung dieser neuen Position wird angestrebt, die Stimme der Studierenden in strategischen Entscheidungen deutlich zu stärken. Der Studentische Vizepräsident ist als stimmberechtigtes Mitglied der Hochschulleitung direkt in die Gestaltung der akademischen Landschaft eingebunden. Zu den wichtigen Themen der Zuständigkeit zählen unter anderem die Lehrevaluation, studentisches Wohnen, Angebote für Studierende sowie die Akquise von Studienstipendien.

Ein gewichtiger Schritt für die Studierenden

Präsident der MHB, Prof. Hans-Uwe Simon, hebt die Tragweite dieser Neuerung hervor und sieht in der Position eine wichtige Anerkennung des Engagements der Studierenden. Auch Jan Malte Auswitz, Absolvent der MHB und Initiator der Idee, betont die Bedeutung der Studentischen Vizepräsidentschaft für die studentische Mitbestimmung und deren Rolle als Verbindungsglied zwischen den Studierenden und der Hochschulleitung.

Die Besetzung der Position erfolgt durch Vorschläge einer Findungskommission, die von den Studierenden gewählt wird. Interessierte können sich bis zum 21. Januar 2026 für das Amt bewerben. Die Anhörungen der Findungskommission sind für den Zeitraum vom 22. bis 28. Januar 2026 angesetzt, während der Präsident die ausgewählte Person im März dem Senat zur Wahl vorschlagen wird. Der Amtsbeginn wird der 1. April 2026 sein, und die Amtszeit beträgt ein Jahr, mit der Möglichkeit zur Wiederwahl.

Hintergrund der studentischen Vizepräsidentschaft

Doch was genau bedeutet die Schaffung dieser Rolle? Die studentische Vizepräsidentschaft ist eine Führungsposition an Universitäten und Hochschulen in Deutschland, die darauf abzielt, leistungsstarken Studierenden die Möglichkeit zu geben, Erfahrung in Führung und Organisation zu sammeln. Diese Position ist nicht nur ein Platz für Studierende, um ihre Stimme zu erheben, sondern auch eine Plattform, um aktiv an strategischen und operativen Projekten teilzuhaben.

Seit der Einführung der ersten studentischen Vizepräsidentschaften im Jahr 1999 hat sich die Bedeutung solcher Positionen stetig gewandelt, insbesondere im Hinblick auf die addressierten Themen wie die Qualität der Lehre. Ein Eckpunktepapier des Deutschen Hochschulverbands spricht sich für eine stärkere studentische Mitbestimmung aus und betont die Notwendigkeit einer gemeinsamen Vertretung von Studierenden und Lehrenden gegenüber Staat und Gesellschaft. Insbesondere in der aktuellen Zeit, in der qualitativ hochwertige Bildung und beste Studienbedingungen immer wichtiger werden, ist eine solche Vertretung unerlässlich.

Insgesamt ist die Einführung der Studentischen Vizepräsidentschaft an der MHB ein bedeutender Schritt, der nicht nur die Position der Studierenden in der Hochschule stärkt, sondern auch als Vorbild für andere Einrichtungen dienen könnte. Die Möglichkeiten zur Einbringung studentischer Perspektiven in Entscheidungsprozesse könnten in Zukunft auch in anderen Hochschulen Deutschlands akademische Standards nachhaltig beeinflussen.

Für alle, die sich für eine Bewerbung interessieren, haben MHB und AStA bereits zur Teilnahme aufgerufen. Dies könnte eine wertvolle Gelegenheit darstellen, um direkt Einfluss auf die zukünftige Studiengestaltung zu nehmen.

Für weitere Informationen zu diesem Thema, besuchen Sie die MHB, Wikipedia und den Deutschen Hochschulverband.