Die MHH-Kinderradiologie in Hannover hat einen innovativen MRT-Simulator eingeführt, um Kindern die Angst vor medizinischen Untersuchungen zu nehmen. Dieses neuartige Gerät, das in Form einer „Rakete“ gestaltet ist, ist der erste Simulator seiner Art in Niedersachsen. Mit einem Preis von etwa 30.000 Euro wurde das Projekt über eine Spendenaktion des Spieloasen-Teams finanziert und ist auf große Resonanz gestoßen. Jährlich werden in der Kinderklinik über 1.000 MRT-Untersuchungen durchgeführt, die in der Regel 30 bis 45 Minuten dauern. Für viele kleine Patienten sind diese Untersuchungen jedoch eine große Herausforderung.

Zu den Sorgen vieler Kinder gehören die Geräusche und Abläufe, die während einer MRT-Untersuchung auftreten. Der neue Simulator hilft dabei, den jungen Patienten diese Abläufe spielerisch näherzubringen. Unterstützt von Mitarbeitern der Kinderradiologie lernen die Kinder die Untersuchungssituation und entwickeln ein besseres Zeitgefühl sowie ein Verständnis für den Ablauf der Untersuchung. Erste Tests zeigen bereits positive Ergebnisse.

Spielerische Vorbereitung auf Untersuchungen

Vor der Einführung des MRT-Simulators waren abgebrochene Untersuchungen, die oft eine Narkose oder Beruhigungsmittel erforderlich machten, ein häufiges Problem. Der Simulator zielt darauf ab, solche Situationen zu vermeiden, indem er Kindern zwischen 4 und 8 Jahren die Möglichkeit bietet, die Untersuchung noch vor dem eigentlichen Termin zu üben. In einem beeindruckenden Vergleich konnte in einem Kinderkrankenhaus in Paris beobachtet werden, dass 80% der Kinder im Alter von 3 bis 6 Jahren ohne Narkose untersucht werden können. Dieses Ziel möchte die MHH-Kinderradiologie ebenfalls erreichen.

Die Idee für den MRT-Simulator wurde 2021 geboren, nachdem ein Besuch in London Inspiration gab. Um die Finanzierung zu sichern, wurden Trikots bekannter Sportvereine versteigert, darunter Lazio Rom, Atlético Madrid und FC Arsenal. Die große Veranstaltung zur Spendenaktion fand im Sommer 2024 im Jagdschloss Springe statt und zog rund 400 Gäste an. Insgesamt konnten 35.000 Euro gesammelt werden, was ausreichend war, um den MRT-Simulator und das notwendige Zubehör anzuschaffen.

Ergänzende Technologien und Programme

Zusätzlich zur Einführung des MRT-Simulators haben andere Kliniken innovative Wege gefunden, um die Angst vor medizinischen Untersuchungen zu reduzieren. Im Universitätsklinikum Düsseldorf (UKD) wurde ein spezieller Fernseher angeschafft, der Kindern Ablenkung während der MRT-Untersuchungen bietet. Emil, ein Erstklässler, hat bereits mehrere MRT-Untersuchungen hinter sich und fand die Geräusche zunächst beängstigend. Bei seiner letzten Untersuchung durfte er jedoch mit seinem Kuscheltier Zeichentrickfilme anschauen, was seine Erfahrung positiv beeinflusste.

Diese Integrationen sind Teil eines größeren Trends zur Verbesserung der kinderärztlichen Versorgung. Die kostenlose VR-App „Pingunauten Trainer“ stellt eine weitere Ressource dar, die Kindern bei der Vorbereitung auf MRT-Untersuchungen hilft. Mit einer humorvollen Herangehensweise werden die kleinen Patienten auf spielerische Weise an die Umgebung und die Abläufe des MRT-SCans herangeführt. Die App ist in den gängigen App-Stores erhältlich und wurde 2022 mit dem XR Science Award ausgezeichnet. Zudem gibt es Programme wie „Sweet Dive VR“, welches zur Schmerzreduktion beiträgt, und das Patientenportal „LOUISA“ zur Verbesserung des Wohlbefindens von Kindern in der Klinik.

Die Entwicklungen in der MHH-Kinderradiologie und in Kliniken wie dem UKD zeigen einen klaren Fokus auf ein Kinderfreundliches Umfeld. Raum für Angst und Stress soll minimiert werden, damit medizinische Untersuchungen nicht nur notwendig, sondern auch weniger belastend für die kleinen Patientinnen und Patienten sind. Der Einsatz neuer Technologien und kreativer Lösungen stellt sicher, dass die Bedürfnisse der jungen Patienten an erster Stelle stehen.