Am 10. März 2026 hat das international renommierte CIFAR-Programm mit dem Titel „Menschen und das Mikrobiom“ seine Forschungstätigkeiten intensiviert, um die Rolle des Mikrobioms für Wirtsorganismen zu ergründen. Rund 40 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus den Bereichen Anthropologie, Biologie und Medizin sind an diesen Aktivitäten beteiligt. Der Fokus liegt auf den Auswirkungen des Mikrobioms auf die menschliche Gesundheit sowie auf individuelles und gesellschaftliches Verhalten. Ziel dieser umfassenden Forschung ist die Entwicklung verbesserter Behandlungsmöglichkeiten für mikrobiom-assoziierte Krankheiten und die Suche nach Lösungen für gesellschaftliche Herausforderungen, die durch diese mikrobiologischen Gemeinschaften beeinflusst werden können. uni-kiel.de berichtet, dass diese interdisziplinäre Zusammenarbeit von entscheidender Bedeutung für das Verständnis der komplexen Wechselwirkungen zwischen Mensch und Mikrobiom ist.

Das Mikrobiom, ein komplexes Ökosystem aus Mikroorganismen, spielt eine fundamentale Rolle für die Gesundheit des Menschen. Die genaue Zusammensetzung und Funktion dieses Mikrobioms sind noch nicht vollständig entschlüsselt, jedoch ist die symbiotische Beziehung zwischen Menschen und Mikroben unumstritten. Diese Mikroben, insbesondere Bakterien und Viren, besiedeln nicht nur den Darm, sondern auch die Haut und andere Körperregionen. Neueste Schätzungen legen nahe, dass das Verhältnis von Mikroben zu menschlichen Zellen etwa 1:1 beträgt, wobei der Mensch rund 99 % der Biomasse dieser Gemeinschaft ausmacht. Laut helmholtz-hzi.de unterstützen Darmbakterien die Verdauung und schützen vor Krankheitserregern. Sie besetzen die Darmwand und verhindern so, dass schädliche Erreger leicht Fuß fassen können.

Einblicke in die Forschung und Herausforderungen

Ein zentrales Anliegen der CIFAR-Forschung ist die Untersuchung der Variabilität der Mikrobiom-Zusammensetzung, die stark von Faktoren wie Ernährung, Immunkompetenz und Medikation beeinflusst wird. Störungen im Mikrobiom können durch innere und äußere Faktoren wie zum Beispiel die Einnahme von Antibiotika entstehen, die auch wertvolle „gute“ Bakterien abtöten können. Dies stellt einen ernsthaften Risikofaktor dar, da Erkrankungen wie Adipositas, Diabetes und entzündliche Darmerkrankungen sowohl eine Konsequenz als auch eine Ursache für Störungen im Mikrobiom sein können.

Eine weitere strategische Forschungsgruppe, die unter dem CIFAR-Programm agiert, ist der Bereich „Das Reich der Pilze: Gefahren & Potenziale“. Hier haben rund 40 internationale Experten die Aufgabe, die Komplexität des Pilzreichs und dessen Einfluss auf Gesundheit, Ernährungssicherheit und Umwelt zu erforschen. Schätzungen zufolge existieren etwa sechs Millionen Pilzarten, die sowohl Potenziale, wie etwa die Produktion von Antibiotika, als auch Gefahren, wie invasive Arten oder Krankheitserreger, bergen. Die Entwicklung neuartiger Strategien zur Risikobewältigung und zur effektiven Nutzung der Potenziale von Pilzen ist ein wesentlicher Bestandteil dieser Forschungsanstrengungen.

Führungskräfte der Forschung

In diesem Forschungsvorhaben spielen Professor Stukenbrock und Professor Bosch eine zentrale Rolle. Stukenbrock ist bekannt für seine Forschung zu den Beziehungen zwischen Pflanzen und Mikroorganismen sowie zur evolutionären Genomik. Er leitet das „Kiel Plant Center“ (KPC), welches die interdisziplinäre Zusammenarbeit in der Pflanzenforschung fördert. Auf der anderen Seite ist Bosch ein Pionier der Metaorganismus-Forschung und untersucht eingehend die Beziehungen zwischen Lebewesen, Mikroorganismen und Umwelt. Seine Forschungen sind Teil des Sonderforschungsbereichs 1182 „Entstehen und Funktionieren von Metaorganismen“ und weiterer Projekte im CAU-Forschungsschwerpunkt Kiel Life Science (KLS).