Immer mehr Menschen verlassen aufgrund von Konflikten und der steigenden Bedrohung durch den Klimawandel ihre Heimat. Diese dramatischen Entwicklungen sind nicht nur ein humanitäres, sondern auch ein ökologisches Problem. Um auf diese Zusammenhänge aufmerksam zu machen, hat die Academy in Exile gemeinsam mit der TU Dortmund und anderen Partnern das Projekt „Garden(s) of Refuge“ ins Leben gerufen, wie TU Dortmund berichtet.
Das Projekt zielt darauf ab, das Bewusstsein für die Folgen des Klimawandels zu schärfen. Der Wald wird auf dem Campus Nord angelegt und folgt der innovativen Miyawaki-Methode, die eine dichte Pflanzung heimischer Arten vorsieht. Projektleiterin apl. Prof. Vanessa Agnew, zusammen mit Prof. Kader Konuk, erklärt, dass Teilnehmende des Projekts aus Regionen stammen, die bereits stark vom Klimawandel betroffen sind. Diese Gemeinsamkeiten werden durch die Schaffung eines Mini-Walds greifbar und bieten Raum für Austausch und Reflexion über die eigenen Erfahrungen mit dem Klimawandel.
Klimawandel und Migration
Der Klimawandel hat langfristige Auswirkungen auf die Lebensgrundlagen vieler Menschen, insbesondere in Entwicklungsländern. Extreme Wetterereignisse und schleichende Umweltveränderungen zwingen zahlreiche Menschen zur Migration, die sich oft unfreiwillig vollzieht, wie in einem Bericht des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung ausgeführt wird. Diese Entwicklungen können auch gewaltsame Konflikte verschärfen.
Das Anlegen des Mini-Walds ist nicht nur eine grüne Initiative, sondern auch ein symbolischer Schritt zur Unterstützung gefährdeter Forscher und der Einbindung internationaler Perspektiven in die Diskussion um Migration und Klimawandel. Der „Garden(s) of Refuge“ wird außerdem in die Lehre und Forschung einbezogen, etwa durch Klanglandschaftsanalysen und geplante Forschungsprojekte zur Pflanzdichte.
Die Miyawaki-Methode
Die Miyawaki-Methode hat sich als effektive Technik zur Aufforstung erwiesen. Wie Sugi Project erläutert, beginnt die Anlage eines Miyawaki-Waldes mit intensiver Forschung zur Bestimmung der einheimischen Vegetation und der Einbeziehung von lokalen Gemeinschaften. Hierbei werden sogar bis zu 40 verschiedene Arten ausgewählt, um eine hohe Dichte zu erreichen.
Die Bodenaufbereitung ist ein weiterer wichtiger Schritt. Dabei wird das Erdreich so bearbeitet, dass es für die Baumwurzeln optimal geeignet ist. Nach der Pflanzung, die mit Unterstützung der Gemeinschaft erfolgt, sorgt eine dichte Anordnung der Setzlinge für Biodiversität und die Förderung von Kohlenstoffbindung. Auch das Mulchen des Waldes spielt eine entscheidende Rolle, um Feuchtigkeit zu speichern und die Bodenfruchtbarkeit zu erhöhen. Diese Pflege ist in den ersten Jahren erforderlich, dann kann der Wald eigenständig wachsen.
Die Zukunft des „Garden(s) of Refuge“ sieht vielversprechend aus: 2026 wird er im Rahmen der internationalen Konferenz „Climate-Migration-Refuge“ feierlich eröffnet, und 2027 wird er Teil der Internationalen Gartenausstellung im Ruhrgebiet werden. Zudem werden lokale Unternehmen mit Sachspenden unterstützt, was das Gemeinschaftsgefühl zusätzlich stärkt.
Der Mini-Wald steht allen Mitgliedern der TU Dortmund als Ort der Begegnung und des Austausches offen und trägt damit zur Verbreitung von Wissen und zur Sensibilisierung für die Herausforderungen von Klimawandel und Migration bei.