Die europäische Raumfahrt steht vor einem bedeutsamen Fortschritt in der Lunar-Exploration. Die unter dem Projektnamen „Twardowski-Mission“ geplante Mondmission wird voraussichtlich 2029 starten und zielt darauf ab, umfassende Daten über die Ressourcen des Mondes zu sammeln. Dies ist die erste vollständig europäische Mondmission seit der SMART-1-Mission, die von 2003 bis 2006 durchgeführt wurde. Die Universität Münster berichtet, dass ein Kooperationsvertrag für das Projekt unterzeichnet wurde. Die Mission wird von einem Konsortium geleitet, in dem unter anderem Creotech Instruments, die Polnische Akademie der Wissenschaften und SATLANTIS vertreten sind.

Die Twardowski-Mission ist nach Pan Twardowski aus der polnischen Literatur benannt und wird das erste Mal systematisch Ressourcen wie Gesteine und Eis auf der Mondoberfläche kartieren und analysieren. Ziel des Projekts ist es, die Daten zur Entdeckung geeigneter Landeplätze und zur Optimierung der Beobachtungen von Mineralien und Gesteinen zu nutzen. Creotech Instruments, hauptverantwortlich für das Gesamtdesign, plant, die zukünftige Mondexploration durch innovative Ansätze mit ihrer HyperSat-Mikrosatelliten-Plattform zu revolutionieren.

Details zur Mission

Der Satellit der Twardowski-Mission wird in Höhenlagen zwischen 100 und 300 km rund um den Mond operieren und über drei bis vier Detektoren verfügen, um geführtes Licht in verschiedenen Spektren zu analysieren. Das Konsortium hat ein Budget von 250.000 EUR für die Phase 0/A, die im Januar 2024 beginnt und über die nächsten zwölf Monate läuft. Dieses Projekt ist Teil eines größeren Plans der ESA, der auch die Mars-Erkundung umfasst, und könnte den internationalen Austausch in der Mondforschung intensivieren.

Der Mondexplorationsmarkt könnte bis 2040 auf etwa 170 Milliarden USD anwachsen, was die wachsende Bedeutung dieser Mission unterstreicht. Die Twardowski-Mission könnte sich als ein wichtiger Meilenstein für Europas Platz in der internationalen Raumfahrt erweisen, insbesondere hinsichtlich des Wettkampfs um Ressourcen im All.

Verbindung zu anderen Raumfahrtprojekten

Die Twardowski-Mission punktet nicht nur durch ihre wissenschaftlichen Ziele, sondern auch durch ihre enge Verzahnung mit anderen europäischen Raumfahrtaktivitäten. So hat die ESA kürzlich mit Thales Alenia Space einen Vertrag für den Bau des Argonaut Lunar Descent Elements unterzeichnet. Diese Mission, die ab 2030 erwartet wird, wird als essentiell für den autonomen Zugang Europas zum Mond angesehen und wird dazu beitragen, langfristige Infrastrukturen auf der Mondoberfläche zu etablieren.

Mit einer Kombination aus innovativen Technologien und internationaler Zusammenarbeit zielt die Twardowski-Mission darauf ab, nicht nur die Grundlagen der Mondforschung zu erweitern, sondern auch potenzielle Gewinnfaktoren für zukünftige Mondreisen und -missionen zu identifizieren. Die Herausforderung, die Mondoberfläche mit moderner Technologie zu kartografieren, verspricht aufregende Einblicke in die vergangenen und zukünftigen Entwicklungen des Erdtrabanten.