Am 16. März 2026 hat die Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU) einen bedeutenden Fortschritt in der interdisziplinären Forschung bekannt gegeben. Wie die Universität berichtet, wird das Netzwerk „Monstrous Matters“ künftig von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert. Die finanzielle Unterstützung beläuft sich auf rund 77.000 Euro für eine Laufzeit von drei Jahren.

Das Netzwerk wird von Dr. Ekaterina Trachsel als Ko-Koordinatorin geleitet. Es widmet sich intensiv der Erforschung von Monströsität sowie deren gesellschaftlichen und kulturellen Dimensionen. Dies umfasst unter anderem die Analyse von Grenzziehungen, sozialen Ängsten und Normverschiebungen. Die Forschungsarbeit innerhalb von „Monstrous Matters“ sieht das Theater als zentralen Forschungsraum und setzt dort an, um verschiedene Formen der Monströsität hinsichtlich Inszenierung und Wahrnehmung zu untersuchen.

Interdisziplinärer Austausch

Ein wesentliches Ziel des Netzwerks ist die Förderung des interdisziplinären Austauschs. Dabei werden Fragen der Normativität, Ausgrenzung und Transformation behandelt. Ein besonderes Augenmerk gilt den darstellenden Künsten, die in den sogenannten Monster Studies im deutschsprachigen Raum bislang wenig Beachtung fanden.

Das Netzwerk versammelt Wissenschaftler*innen aus verschiedenen Fachrichtungen. Dazu zählen unter anderem Theaterwissenschaft, Philosophie, Recht, Kulturwissenschaften, Wirtschaft, Literatur und Molekularbiologie. Ko-Koordinator des Netzwerks ist Prof. Dr. Michael Chemers von der University of California in Santa Cruz.

Zukunftsvision: European Center for Monster Studies

Ein langfristiges Ziel des Forschungsprogramms ist die Gründung eines European Center for Monster Studies an der JLU. Dieses Zentrum soll als Plattform dienen, um die Forschung zu Monströsität weiter zu vertiefen und interdisziplinäre Kooperationen auf internationaler Ebene zu fördern.

Die DFG-Förderung markiert somit einen wichtigen Schritt in der Entwicklung des Netzwerks „Monstrous Matters“ und hebt die Relevanz von Monströsität in der gegenwärtigen Forschung hervor. Die Kombination aus verschiedenen Disziplinen und der Fokus auf die darstellenden Künste verspricht spannende Einblicke und neue Perspektiven in das Verständnis von gesellschaftlichen Randbereichen.