Am 23. Februar 2026 findet in der Aula der Universität Mannheim (Schloss Ost) das Gesprächskonzert „Musik gegen das Vergessen“ statt. Diese Veranstaltung widmet sich der Rolle der Kunst als identitätsstiftendes Element und Ausdruck von Selbstbehauptung während der nationalsozialistischen Verfolgung. Im Mittelpunkt stehen Werke von Gertrud Schweizer (1894-1942) und Gideon Klein (1919-1945), die beide in Auschwitz ums Leben kamen. Die Aufführung erfolgt durch Mitglieder der Mannheimer Philharmoniker.

Das Programm umfasst ein Podiumsgespräch, das sich mit den biografischen Hintergründen der präsentierten Werke auseinandersetzt. Es wird der Frage nachgegangen, wie Kunst als Mittel der Selbstbehauptung fungieren kann und welche Bedeutung Erinnerungs­kultur sowie jüdische Lebens­wege in diesem Kontext haben. Diskutierende unter anderem sind Prof. Dr. Andrea Löw vom Zentrum für Holocaust-Studien, Prof. Dr. Angela Borgstedt von der Forschungsstelle „Widerstand gegen den Nationalsozialismus im deutschen Südwesten“, Dr. Christian Groh, Leiter der Abteilung Ausstellungen am MARCHIVUM, sowie Gerrit Bogdahn, der als Musikwissenschaftler die Moderation übernimmt. Die Veranstaltung beginnt um 17:15 Uhr und der Eintritt ist frei.

Detaillierte Organisation und Kooperation

Das Gesprächskonzert findet in Kooperation mit dem Historischen Institut der Universität Mannheim, den Mannheimer Philharmonikern und dem MARCHIVUM statt. Interessierte müssen sich über Eventbrite anmelden. Nach der Veranstaltung wird es einen kleinen Empfang geben, was die Möglichkeit zur Networking und zum Austausch fördert.

Für Rückfragen können sich Interessierte an Prof. Dr. Philipp Gassert von der Universität Mannheim wenden oder an Katja Bauer, stellvertretende Pressesprecherin.
Telefon: +49 621 181-3680, E-Mail: philipp.gassert@mail.uni-mannheim.de, katja.bauer@mail-uni-mannheim.de

Gesellschaftlicher Kontext der Erinnerungs­kultur

Die Auseinandersetzung mit dem Holocaust bleibt ein kontroverses und zugleich zentrales Thema in der deutschen Gesellschaft. Wie deutschlandfunkkultur.de berichtet, wird die Erinnerungskultur von politischen Diskussionen begleitet. Die letzten Zeitzeugen und Opfer des Holocaust werden bald nicht mehr leben. Daher wächst die Dringlichkeit, diese Erinnerungen zu bewahren und weiterzugeben.

Das Bekenntnis zur Erinnerung an den Holocaust hat sich als wichtiges Eintrittskriterium in den deutschen Konsens etabliert. Dies wirft Fragen nach der Inklusivität des Gesprächs über den Holocaust und Antisemitismus auf. Der Dialog über diese Themen könnte als Schranke fungieren, wenn die Vielfalt der deutschen Biografien nicht adäquat repräsentiert wird.

Ofer Waldman, geboren in Jerusalem und Mitglied des West-Eastern Divan Orchesters, illustriert in seiner Biografie die Komplexität von Identitätsfragen im Kontext von jüdischen und arabischen Beziehungen. Er hat in Deutschland Orchestermusik studiert und hält derzeit eine Promotion zu diesen Themen.

Die bevorstehende Veranstaltung in Mannheim ist nicht nur eine musikalische Darbietung, sondern ein Beitrag zur Reflexion über eine der dunkelsten Kapitel der Geschichte und die Herausforderungen, die mit der Erinnerung und Integration verbunden sind. Diese Diskussionen sind wichtig, um ein Verständnis von Menschenwürde und gesellschaftlicher Integration zu fördern.

Wie uni-mannheim.de berichtet, erkennt die Gesellschaft zunehmend, dass die Auseinandersetzung mit der Vergangenheit nicht nur für die Nachkommen der Opfer und Täter wichtig ist, sondern für jeden einzelnen von uns. Der Austausch über diese Themen ist entscheidend, um eine inklusive und gerechte Gesellschaft zu formen.