Eine aktuelle Studie der Universität Witten/Herdecke (UW/H) zeigt, dass Musiktherapie eine wertvolle Unterstützung für Familien mit krebserkrankten Kindern bieten kann. Im Rahmen des Forschungsprojektes „Interaktionsfokussierte Musiktherapie mit krebserkrankten Kindern und wichtigen Bezugspersonen“ (INMUT) untersucht das Team unter der Leitung von Constance Boyde, einer erfahrenen Musiktherapeutin und wissenschaftlichen Mitarbeiterin, die Auswirkungen dieser Therapieform auf die Beziehungen innerhalb betroffener Familien.

Die Untersuchung verfolgt das Ziel, die Unterstützung durch Musiktherapie in der klinischen Versorgung zu evaluieren. Dabei wird besonderes Augenmerk auf die Beziehung, Kommunikation und emotionale Regulation zwischen den krebskranken Kindern und ihren Bezugspersonen gelegt. Diese Aspekte werden durch die Verwendung von filmischen Aufnahmen des gemeinsamen Musizierens sowie standardisierten Fragebögen zu Lebensqualität und sozialem Erleben erfasst und analysiert.

Wichtige Kooperationen und Methodik

Die Studie wird in Kooperation mit mehreren kinderonkologischen Zentren durchgeführt, darunter das Gemeinschaftskrankenhaus Herdecke, das Klinikum Dortmund und die Vestische Kinderklinik Datteln. Die Ergebnisse zeigen, dass Musiktherapie gut in den Klinikalltag integriert werden kann und dass Familien das Angebot als leicht zugänglich und entlastend empfinden. Außerdem wurden Verbesserungen in der Eltern-Kind-Interaktion sowie im emotionalen Wohlbefinden der Kinder und ihrer Bezugspersonen festgestellt.

Die Daten werden sowohl zu Beginn der Therapie, nach ihrem Abschluss als auch mehrere Monate später erfasst, um langfristige Effekte der Musiktherapie zu untersuchen. Diese Herangehensweise zielt darauf ab, Forschung und klinische Versorgung zu verbinden und die Versorgungsqualität zu verbessern.

Gesellschaftliche Relevanz der Musiktherapie

Die Bedeutung von Musiktherapie in der Onkologie wird auch von weiteren Quellen unterstützt. So wird die Rolle dieser Therapieform als effektives Hilfsmittel zur Linderung von Symptomen und zur Verbesserung der Lebensqualität von Patienten in der Onkologie hervorgehoben. Musiktherapie fördert nicht nur emotionale Vorteile, sondern ermöglicht auch eine tiefere zwischenmenschliche Verbindung zwischen Eltern und Kindern, die von der Krankheit betroffen sind.

Insgesamt verdeutlicht die Arbeit der Universität Witten/Herdecke, wie wichtig es ist, innovative Ansätze in der Behandlung von Krebserkrankungen zu integrieren. Musiktherapie kann dabei helfen, nicht nur die psychische Belastung der betroffenen Kinder und Familien zu reduzieren, sondern auch die Qualität der sozialen Interaktion zu steigern. Diese Informationen werden in zukünftigen Projekten weiter vertieft und für die klinische Praxis aufbereitet.